www.Gutshaus-Protzen.de Grundlage dieses Beitrages ist ein Auszug aus dem Buch: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Band 13.2: Landkreis Ostprignitz-Ruppin Ämter Fehrbellin, Lindow (Mark) und Rheinsberg (Mark) bearbeitet von Matthias Metzler, Ulrike Schwarz u.a., 496 Seiten mit zahlr. Abb. und Karten, 21 x 30 cm, geb. ISBN-10: 3-88462-191-2  |  ISBN-13: 978-3-88462-191-2 € 56.00  SFR 96.40 (Stand des Buches ca. 2001/2002) (neu formatiert, teilweise geänderte Reihenfolge, mit zusätzlichen Beschreibungen, Anmerkungen und Bildern ergänzt von Rudolf Legde) Protzen Das langgezogene Straßendorf liegt am Nordrand des Rhinluchs, etwa acht Kilometer nordwestlich von Fehrbellin. Protzen ist seit 1992 Teil des Amts Fehrbellin, Ende 2003 soll es Teil der neu gebildeten Gemeinde Fehrbellin werden. 2001 hatte der Ort 521 Einwohner. Seit dem 15. Jh. besaßen die von Gadow zu Protzen die größten Anteile des Dorfs (vor 1491-1654). Daneben nahm die Herrschaft bzw. das Amt Ruppin von drei Hüfnern und mehreren Höfen Abgaben ein (vor 1491-1710). Mit weiteren Anteilen waren die von Zieten zu Wildberg (vor 1491-1685), von Quast zu Garz (vor 1491-1654) und von Wuthenow zu Lögow, Segeletz und Walchow (vor 1491-1710) belehnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erwarben die von Quast zuerst die Anteile derer von Gadow (1654); bis 1710 hatten sie alle Rechte im Dorf hinzugewonnen. General von Kleist erwarb 1751 zwei Drittel des Quastschen Besitzes, 1767 ging auch der restliche Teil an von Kleist über. In der ersten Hälfte des 19. Jh. folgten die von Drieberg; ab 1856 war das Gut im Besitz der Familie Legde. Aus der Feldmark von Protzen ist nur eine archäologische Fundstelle rund eineinhalb Kilometer westlich des Dorfs bekannt. Auf diesem Platz, der sich wie der Ort in siedlungsgünstiger Lage unmittelbar am Nordrand des Rhinluchs befindet, traten steinzeitliche, eisenzeitliche und slawische Funde zu Tage. Die slawische Siedlung des 9.-12. Jh. wurde nach der Gründung des deutschen Dorfs aufgelassen. Bei der archäologischen Begleitung von Schachtarbeiten für die Verlegung von Leitungen im Ortskern sind Grubeneintriefungen eines urgeschichtlichen Siedlungsplatzes festgestellt worden. Protzen wurde urkundlich erstmals 1324 als Pfarrdorf erwähnt. Der Ortsname bedeutet in seiner altpolabischen (Anm.: Die Polaben waren ein Teilstamm des westslawischen Verbandes der Abodriten) Grundform »Ort, wo Hirse wächst«. Ende des 15. Jh. bestand das Dorf aus einem Schulzengut und 24 Hüfnerhöfen, von denen drei wüst lagen; die Feldmark umfasste 44 1/2  Hufen. Ein Krug wurde 1540 genannt. 1624 waren 16 Hüfner, sechs Kossäten sowie ein Hirte und ein Schmied ansässig. Von den nun 49 1/2  Hufen gehörten acht der Herrschaft und zwei zur Pfarre. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten 1638 kaiserliche Truppen unter Gallas den Ort weitgehend; 1652 lagen von den 22 Hofstellen elf wüst, 1687 waren es noch fünf. Zwei Brände -1718 und 1727 - zerstörten das gesamte Dorf bis auf die Kirche und vier Bauernhöfe. 1752 wurde dem General von Kleist der Bau einer Windmühle genehmigt, die eine Wassermühle am Rhin ersetzte. Sie stand westlich außerhalb des Orts auf einer Anhöhe nördlich der nach Manker führenden Straße. Gustav von Kleist gab 1787 sein Gut an mehrere Wirte der Gemeinde in Erbpacht, im Rahmen der Separation erhielt von Kleist 1811/12 einen Teil des erbverpachteten Guts wieder zurück. (Anmerkung: Das Regulierungsedikt von 1811 verschafft den Bauern Besitz - freies Eigentum - und verpflichtet sie zur