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Anmerkung zu den Bildern

Rittergut Legde-Protzen: Das Gut

Stand: 10.08.2009

Das ehemalige Gutshaus Protzen war bis 1945 das Wohnhaus der Familie des Gutsbesitzers. Die Bezeichnung des Gutes mit einem Doppelnamen aus dem Familiennamen des Besitzers und der Ortsbezeichnung war mindestens bis zur Auflösung der alten Gutsbezirke als eigenständiger kommunaler Einheiten 1927 durchaus üblich. Das Rittergut Legde-Protzen gab es seit dem Kauf des Gutes durch August Legde 1856 bis zur Enteignung seines Enkels Hans-Günther Legde durch die sowjetische Besatzungsmacht im September 1945.

Das gesamte Areal des Rittergutes Protzen betrug knapp 400 ha. Die sogenannte "innere Verkehrslage" war alles andere als ideal. Von der Nord- bis zur Südgrenze, die gleichzeitig die Kreisgrenze hin zum Havelland war, betrug die Entfernung etwa eine deutsche Meile (ca. 7,5 km), während sich die Breite von Ost nach West auf nur wenige 100 Meter belief. Etwas gemildert wurde diese ungünstige Handtuchform dadurch, dass der Gutshof etwa in der Mitte der Gesamtfläche, von Norden nach Süden gerechnet, lag. Die Landwirtschaft war ein "unfreiwilliges Transportgewerbe. In der Viehwirtschaft lagen die Verhältnisse etwas günstiger. Bis etwa 1923 verließen die rund 100 Milchkühe niemals den Stall, alles Futter musste ihnen im Sommer hernagefahren werden. Durch Einführung des Weideganges, zuerst nur bei Tage, bald auch in der Nacht, wurde erhebliche Gespann- und Handarbeit eingespart.

Der auf Mineralboden gelegene Gutsacker (ohne die unter den Pflug genommenen Luchflächen) war in 9 Groß- oder Binnenschläge zu je etwa 65 Morgen und 9 Klein- oder Außenschläge zu je etwa 35 Morgen geteilt. Diese Aufteilung war wegen der Fruchtfolge Winterung, Hackfrucht, Sommerung von erheblicher Bedeutung.

Der Wirtschaftshof des Gutes (heute GAB) lag durch die Dorfstraße (1, oben im Bild) getrennt vom Gutshaus (2) mit Garten, Park, Kuhstall und weiteren Wirtschaftsgebäuden. Dies ist der Grund für die alte Bezeichnung "Schloss" für das Gutshaus, bei dem es sich eigentlich nur um ein Herrenhaus handelte. Der Park, zeitweise bis 30 Morgen groß, galt früher als einer der schönsten des Kreises. Im 19. Jahrhundert wurde er insbesondere durch die Gutsherren Freiherr von Drieberg und August Legde sehr entwickelt.

 

Details zum Gutshaus-Gelände

 

Der Gutspark in der Presse (Bericht im Ruppiner Anzeiger 8./9. August 2009

Das Gutshaushaus wurde ca. 1753 anstelle eines alten Gebäudes errichtet.

Die Ansicht von ca. 1905 zeigt das zweistöckige Haupthaus von der Straßenseite (Nord-West-Ansicht) mit einem der beiden früher einstöckigen Seitenflügeln.

Das Bild von der Parkseite (Süd-West-Ansicht) zeigt die beiden einstöckigen Seitenflügeln, den alten Balkon mit eiserner Stützkonstruktion und das noch nicht ausgebaute Dach.

In den 1920er Jahren wurde das Haus umgebaut und modernisiert. Die Seitenflügel wurden aufgestockt, das Dach ausgebaut, Bäder und Zentralheizung eingebaut usw. Die folgenden Bilder stammen aus den frühen 1940er Jahren. Sie zeigen das Gutshaus von der Straßenseite und vom Park aus.