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Anmerkung zu den Bildern

Rittergut Legde-Protzen: Die Familie

Stand: 01.08.2007

(Die Verweise beziehen sich auf die graphische Übersicht)

 

Nach dem 30jährigen Krieg (1618-48) kaufte die Familie v. Quast drei verschiedene Gutsteile der Familie v. Gadow und bildete daraus das Rittergut Protzen. Zu dieser Zeit war Lucas Pöpping (1) Pastor in Protzen. Pöpping und seine Nachkommen blieben dem Dorf fast 300 Jahre verbunden. Katharina Legde (12), Mutter des letzten Gutsbesitzers, war seine 5xUr-Enkelin. Sie verließ Protzen 1946.

Seine Tochter (2) - vielleicht Sophiea Lukrezia Pöpping, geb. 1696 - heiratete seinen Nachfolger Schinkel (3). Schinkel erlebte den Kauf des Rittergutes durch General v. Kleist und den Bau des jetzigen Gutshauses. Sein Sohn und Nachfolger als Pastor in Protzen Schinkel (5) berichtete über das wichtigste historische Ereignis in Protzen, den Tod des Prinzen Heinrich. Ein Enkel von Schinkel (3) war Schinkel (6), Superintendent in Neuruppin und Vater des großen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (7). Schinkel (6) lebte als junger Mann einige Jahre in Protzen als Hauslehrer der Familie v. Kleist.

Seine Enkelin Wagner (10) heiratete den Generalarzt Dr. Seidler (9) in Neuruppin. Dr. Seidler war lange der Hausarzt im Gut, zunächst bei der Familie v. Kleist, dann bei der Familie v. Drieberg.

 

Die Eheleute Dr. Seidler waren die Großeltern von Katharina Selmer (12). Durch deren Ehe mit Paul Legde (15) 1889 kam die Familie nach 100 Jahren wieder zurück nach Protzen. Paul Legde war der Sohn von August Legde (14), der das Rittergut Protzen 1856 erworben hatte.

August Legde war verheiratet mit Sophie Legde, geb. Legde (17). Aus dieser Ehe gingen 6 Kinder hervor, das 2. Kind war sein Sohn Paul. Zu dieser Zeit war das Gut durch den Vorbesitzer Kohlbach stark abgewirtschaftet. So waren z. B. die alten Eichendielen im Haus herausgerissen und verkauft worden. August Legde liess Haus und Hof von Grund auf renovieren und legte den Park neu an.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes heiratete seine Witwe Sophie Legde (17) um 1862 Friedrich Sigismund von Seydlitz-Kurzbach (18), der bis dahin Administrator in Stöffin war. Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor. In die Seydlitz-Zeit fällt die Torfgewinnung (ab 1872) in Protzen, die für das Dorf einen großen Aufschwung bedeutete. Auch die Landwirtschaft des Gutes entwickelte sich hervorragend. Sigismund v. Seydlitz-Kurzbach starb 1876. Seine Witwe führte das Gut weiter, bis ihr Sohn Paul es 1880 übernahm.

Die erste Aufgabe von Paul Legde (15) war die sehr schwierige Abwicklung des Torfgeschäftes nach dem Konkurs des Unternehmers Gentz (1879-1880). Paul Legde war in 1. Ehe mit Margarete Seidler (19) und in 2. Ehe mit deren Kusine Katharina Selmer (12) verheiratet. Beide Frauen sind Enkelinnen des Generalarztes Seidler (9) aus Neuruppin. Aus seiner 1. Ehe gingen 2, aus seiner 2. Ehe 3 Kinder hervor.

Paul Legde initiierte und leitete viele bedeutende Vorhaben im Dorf und im Kreis, z. B. die Luch-Melioration (Genossenschaft 1903) und war Vorkämpfer einer modernisierten Landwirtschaft, z. B. der Verwendung von Kunstdünger. In seinen politischen Ämtern (z. B. als Provinziallandtagsabgeordneter, stellvertretender Landrat, Genossenschaftsvorsitzender usw.) war er sehr aktiv und hochgeachtet.

 

Hans-Günther Legde (16), der älteste Sohn aus der Ehe von Paul und Katharina Legde, führte das Rittergut Protzen ab 1923 zusammen mit seinem Vater, ab 1932 allein.

Er erweiterte und modernisierte das Gutshaus (Aufstockung der Seitenflügel, Bäder, Zentralheizung) und baute mehrere Wirtschafts- und Wohngebäude. Er modernisierte die Landwirtschaft (Fruchtfolgewirtschaft, Milchwirtschaft, starke Technisierung). Hans-Günther Legde war seit 1929 verheiratet mit Anna-Elise Glöckner (20), Tochter des Rittergutspächters Georg Glöckner in Buskow. Anna-Elise Legde stammt aus einer Familie mit bedeutenden Vorfahren, z. B. den Malern Lucas Cranach (Vater und Sohn) und Carl Ludwig Nonne, dem "Pestalozzi Südthüringens" (Ururgroßvater). Aus dieser Ehe gingen 5 Söhne hervor.

Der jüngste Sohn Rudolf Legde wurde im Januar 1945 in den Räumen des jetzigen Museums geboren. Er ist der Betreiber dieser Website. Rudolf Legde ist der 7xUr-Enkel von Lucas Pöpping (1), 3xUrgroßneffe von Karl Friedrich Schinkel (7) und Urenkel von Joachim August Legde (14).

Im Rahmen der "Bodenreform" wurde im Herbst 1945 durch die sowjetische Besatzungsmacht das Gut enteignet und die Besitzer ausgewiesen. Damit endete die längste Phase in der Geschichte des Gutes.