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Anmerkung zu den Bildern

Protzen nach Fontane

(nach Aufzeichnungen von Hans-Günther Legde)

Stand: 01.08.2007

In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ schließt Theodor Fontane das Kapitel über Protzen (Grafschaft Ruppin S. 366-376) mit den für die nachfolgenden Geschlechter ein wenig ärgerlichen Worten ab: „Was den Drieberg-Tagen in Protzen folgt, ist von geringerem Interesse.“  Das mag hart und besonders im Hinblick auf die weitere Entwicklung nicht ganz gerechtfertigt erscheinen. Prüft man aber, was den Dichter veranlasst haben könnte, die Reihe der Protzener Gutsherren mit dem Kammerherrn von Drieberg abzubrechen, so findet sich doch – abgesehen von der publizistisch besonders ergiebigen Gestalt des „Luftdruck-Drieberg“ die deshalb auch eine sehr wirkungsvolle Schlussfigur abgab – einiges, was ein solches Vorgehen verständlich macht.

Drieberg verkaufte Protzen im Jahre 1852 an Karl Friedrich Kohlbach aus Neumühle bei Altruppin. Von diesem erwarb es 1856 Joachim August Legde aus Blumenthal/Prignitz, der aber schon 1861 starb. 1861 erschien die erste Auflage der „Wanderungen durch die Grafschaft Ruppin“, Fontane hat also mit den Drieberg-Nachfolgern nur Kohlbach und den ersten Protzener Legde meinen können. Kohlbach, Kaufmann und Mühlenbesitzer erwarb, die damalige Konjunktur ausnutzend, zu dem bereits seit einiger Zeit in seinem Besitz befindlichen Rittergut Lüchfeld noch das benachbarte Protzen hinzu. Er ließ hier die unter dem letzten Kleist, Driebergs Vorbesitzer begründete Erbpacht der Bauern für 22000 Thaler ablösen und im übrigen Protzen als Spekulationsobjekt nach Kräften ausplündern. Was nicht niet- und nagelfest war, wurde nach Lüchfeld weggeschafft. Sogar die eichenen Dielen auf dem Boden des Gutshauses wurden herausgerissen. Ein Glück war es unter diesen Umständen, dass unter den Bohlen der Dielung Balken an Balken lag und so die Stabilität des Hauses erhalten blieb. Nach nur vierjährigem Besitz verkaufte Kohlbach Protzen für 90000 Thaler, er selbst hatte 120000 Thaler dafür gegeben. Die in der Preisdifferenz zum Ausdruck kommende Wertmiderung ist wohl neben der Ablösung der Erbpacht im wesentlichen eine Folge der Kohlbachschen Wirtschaftsart. Sie konnte begreiflicherweise Fontane nicht zu einer literarischen Verwendung reizen.

Auch Joachim August Legde begann seine Wirksamkeit in Protzen mit einer Aktion, die in des Dichters Augen so etwas wie ein Sakrileg sein musste: Er ließ, wohl um zu Betriebskapital zu kommen, in dem von Drieberg geschaffenen und in den „Wanderungen“ als einer der schönsten im Kreise gepriesenen Park zahlreiche alte Bäume fällen. Vielleicht kommt zu diesem, ein abfälliges Urteil verständlich machenden Vorgang bei Fontane auch noch der Ärger darüber hinzu, dass er anscheinend nicht oder nicht mit der ihm seiner Meinung nach gebührenden Beachtung im Protzener Gutshaus aufgenommen worden ist. Wenigstens ist der Satz: „Ob die Gemälde (den Tod des Prinzen Heinrich in Protzen darstellend) noch existieren, habe ich  nicht erfahren können“ doch wohl nur so zu verstehen, dass keine Gelegenheit dazu geboten wurde, im Gutshause, wo sich angeblich die Bilder befinden sollten, danach Erkundigungen einzuziehen, andernfalls ihm doch sicher auch aus erster Hand Bescheid erteilt worden wäre. Endlich ist noch zu bedenken, dass vor nunmehr hundert Jahren die neuen Rittergutsbesitzer von bürgerlicher oder gar bäuerlicher Herkunft in den Kreisen der alten Gesellschaft als Emporkömmlinge noch ein wenig suspekt waren, und auch einem freien Geist wie Fontane die eingesessenen Adelsfamilien mit ihrer  Jahrhunderte alten Geschichte entschieden mehr zu sagen hatten als die neuen Männer ohne historische Vergangenheit. Es waren das im allgemeinen tüchtige Geschäftsleute und Ökonomen, die die Chancen der sogenannten Steinschen Reform wohl zu nutzen wussten, aber „Herrschaft“ waren sie nicht mehr. In diese Kategorie gehörte Kohlbach, gehört auch J. A. Legde.

Joachim August Legde ist am 25.2.1827 ist am 25.2.1827 in GranzowIPrignitz als Sohn eines Zweihüfners geboren worden. 1850 hat er eine ihm nicht näher verwandte Sophie Legde (auf dem Taufschein Sophie Legden) aus Lindenberg/Prignitz geheiratet. Er scheint damals schon im Besitz des etwa 800 Morgen großen Gutes Blumenthal/Prignitz gewesen zu sein, welches das Stammgut der Familie der Herren und Grafen von B. auf Horst war und von dieser später auch zurückerworben wurde. 1856 verkaufte Legde das Gut Blumenthal, um dafür das Rittergut Protzen zu kaufen. Der vom 2. September 1856 datierte Kaufvertrag enthält nichts sonderlich Interessantes. Immerhin lässt der Umstand, dass das Kaufgeld von 90000 Thalern großenteils bar bezahlt wurde, auf die merkantile Tüchtigkeit des Käufers schließen. Im Alter von 30 Jahren hatte er nun schon zum zweiten Mal ein kleineres gegen ein größeres Objekt eingetauscht, war vom Bauern zum Rittergutsbesitzer aufgestiegen. Leider ist über das Wesen und den Charakter des ersten Protzener Legde sonst nicht viel überliefert worden, außer, dass er ein recht vitaler junger Mann mit viel Energie und Anpassungsvermögen gewesen sei. Er starb schon 1861 an dem Stich einer verschluckten Biene. Für ihn wurde das sogenannte „Gewölbe“, ein Anbau an der Südseite der Kirche, der dazu diente, die Särge der Kirchenpatrone und ihrer Familien aufzunehmen, geräumt.  Die darin beigesetzten sterblichen Überreste, vermutlich von Angehörigen der Familie Kleist, wurden gleich neben dem Haupteingang zum Kirchhof beerdigt, eine nicht sehr pietätvolle Maßnahme.  Es mutet fast wie eine Vergeltung an, dass das „Gewölbe“ nach dem zweiten Weltkrieg abermals und zwar von den Särgen und Urnen der im 19. Jahrhundert verstorbenen Legde und v. Seydlitz geräumt wurde. Das geschah nicht etwa auf Veranlassung der SED, sondern der kirchlichen Behörde, die den Anbau für ihre Zwecke umbauen lassen wollte. Bei dieser Gelegenheit sind die Särge geöffnet und die Leichen verhältnismäßig gut erhalten vorgefunden worden. Sie haben an der Stirnwand des Gewölbes eine hoffentlich endgültige letzte Ruhestätte gefunden.   

Joachim Augusts am 4.12.1855 noch in Blumenthal geborener Sohn und späterer Gutserbe Paul hatte kaum noch Erinnerungen an ihn. Außer diesem hinterließ Joachim August noch einen Sohn Adolf und zwei Töchter, Ida (ledig geblieben) und Anna (verechelict mit Rechtsanwalt Muth). Seine Witwe Sophie Legde, geb. Legde, bewirtschaftet das Gut 2 Jahre lang mit Hilfe eines Verwalters. 1863 heiratet sie in zweiter Ehe Sigismund von Seydlitz- Kurzbach, bis dahin Administrator des dem Ökonomierat Scherz in Kränzlin bei Neuruppin gehörigen Gutes Stöffin II. Es iat schade, dass auch über „Papa Seydlitz“ nur verhältnismäßig wenig der Nachwelt überliefert worden ist. Er soll ein ganz vortrefflicher Mensch gewesen sein, sowohl was seine landwirtschaftlichen Fähigkeiten als auch seine charakterlichen Eigenschaften angeht. Vor allem zeichnete ihn ein stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn aus. Seine 4 Stiefkinder und seine eigenen Nachkommen, einen Sohn Sigismund und eine Tochter Elisabeth, hat er stets vollkommen gleich behandelt. Um auch jeden äußeren Unterschied auszugleichen, trug er sich mit dem Gedanken, die Stiefkinder zu adoptieren.  Er unterließ es dann aber, als er bei dem ältesten Sohn und Gutserben Paul, der den Namen Legde nicht preisgeben wollte, auf Widerstand stieß. Der zweite Sohn Adolf hätte als aktiver Kavallerieoffizier die Adoption und damit die Annahme des klangvollen stiefväterlichen Namens wohl nicht ungern gesehen.

Die Lebenshaltung der Familie war damals äußerst einfach. Von Jugend an daran gewöhnt, griff Sophie v. Seydlitz, verw. Legde, gelegentlich selbst zu Schrubber und Besen. Die gesellschaftlichen Verpflichtungen kamen dabei wohl etwas zu kurz. Eine letzte Spur von Feudalismus, wenn auch von ihm selbst nicht so empfunden, mag darin erblickt werden, dass Seydlitz sich stets ein paar Windhunde hielt. Wenn irgendwo ein Hase gesichtet wurde, kam ein Arbeiter vom Felde hereingelaufen mit der Meldung: „Herr v. S., een Has!“ Schleunigst wurde gesattelt, und dann ging es mit den Windhunden auf die Hatz. Ob die Jagdbeute auf diese „englische“ Manier sehr reichlich ausfiel, kann füglich bezweifelt werden. Aber im Vergleich mit den Treibjagden wenig späterer Zeiten ist das doch ein Beispiel, wie rasch sich die Gebräuche ändern, wobei Mittelalter und Moderne gar nicht so weit auseinanderliegen, sich manchmal sogar überschneiden.

Das wichtigste wirtschaftliche Ereignis der Seydlitz-Ära in Protzen war der Torfstich. Am 5. März 1872 wurde von Alexander Gentz einerseits und von dem Ehepaar von Seydlitz andererseits ein Vertrag unterzeichnet, auf Grund dessen etwa 300 Morgen Obergrund zu  350 Thalern pro Morgen und 150 Morgen Untergrund zu 150 Thalern zur Austorfung „behufs Verwertung des Torfes n kaufmännischen Betriebe“ von Herrn Gentz diesem überlassen wurden. Insgesamt wurde der für die Austorfung zu entrichtende Betrag auf 76313 Thaler berechnet. Nach § 6 des Vertrages erfolgte „die Überlassung der Wiesen auf 15 hintereinanderfolgende Jahre, welche vom ersten Beginn der Torfwerbung an gerechnet wurden. Diese Frist wird um zwei Jahre verlängert, wenn innerhalb derselben Preußen in einen Krieg verwickelt oder die Landwehr mobil gemacht wird.“ Dieses bedeutende Geschäft, oder das, was damals für ein solches gehalten wurde – belief sich doch das zu erwartende Torfgeld auf fas 85 vH des 1856 für das gesamt Gut bezahlten Kaufpreises – wurde freilich nicht so glatt abgewickelt, wie man sich das erhofft hatte. Die Konjunktur für Brenntorf ging um das Jahr 1880 herum ziemlich abrupt zu Ende, Braun- und Steinkohle traten an seine Stelle zumal in Berlin, Hauptabsatzmarkt des Torfes. Alexander Gentz geriet in Zahlungsschwierigkeiten, und es bedurfte mehrer Prolongationen für die noch ausstehenden Torgeldraten in den Jahren 1879 und 1889, um den drohenden Konkurs der Firma Gentz hinauszuschieben und das Geld vor dem Zugriff des dann doch in Aktion tretenden Konkursverwalters zu retten. Die Rolle, die Alexander Gentz dabei gespielt hat,  ist nicht ganz durchsichtig. Die, wenn auch eingeschränkte Bewunderung, die Fontane dieser zweifellos interessanten Persönlichkeit in dem Kapitel „Gentzrode“ der „Wanderungen“ zuteil werden lässt, können, was das Torfgeschäft anbelangt, nicht ganz geteilt werden. Die Sorge um das rückständige Torfgeld hat Seydlitz nicht mehr erlebt. Der Prolongationsvertrag von 1879 ist nur noch von Frau von Seydlitz, der von 1880 im Namen von seiner Mutter bereits von Paul Legde unterzeichnet.

Paul Legde  ist von 1879 bis zu seinem Tode 1932, also 53 Jahre lang, Besitzer des Rittergutes Protzen gewesen, von 1923 zusammen mit seinem ältesten Sohn Hans-Günther. Will man Paul Legdes Lebensarbeit beschreiben. So tut man gut daran, zwischen seiner Wirksamkeit als Landwirt auf eigener Scholle und seiner Tätigkeit im öffentlichen Dienst zu unterscheiden. Gewiss entwickelte sich die eine aus der anderen. Aber je zahlreicher und bedeutender die Ehrenämter wurden, die er mit zunehmendem Alter übernahm, umso mehr musste die Arbeit im eigenen Betriebe zurücktreten hinter dem Einsatz für die Allgemeinheit.

Es würde den Rahmen dieser Ausführungen sprengen, wollte man im einzelnen aufführen, was er für die Öffentlichkeit geleistet hat. Es genügt zu erwähnen, dass er als erster bürgerlicher Rittergutsbesitzer in den Kreistag kam und hier dem noch absolut dominierenden Adel gegenüber mit Entschiedenheit seine eigene Meinung vertrat. Sein Ansehen in Stadt und Land stieg. Als erster Kreisdeputierter war er im ersten Weltkrieg und in den ersten Jahren danach der eigentliche Landrat mit Sitz im Provinziallandrat und in den Aufsichtsräten vieler staatlicher und kommunaler Gesellschaften. Und was mehr war: Er war einer der angesehensten Männer er engeren Heimat, wie auf einem Ehrengeschenk zu seinem siebzigsten Geburtstag zu lesen ist, - „getreuer Eckhard“ des Kreises.

In seiner Jugend stand für seine Berufsausbildung nicht viel Zeit zur Verfügung. Das Gymnasium in Neuruppin hat er mit dem „Einjährigen“ verlassen.  Nach einer landwirtschaftlichen in der Prignitz und Cliestow bei Franfurt/Oder absolvierten Lehre diente er sein Jahr bei den Gardefüsilieren, den „Maikäfern“ ab. Als Leutnant der Reserve des 3. Garderegiments zu Fuß kehrte er nach Huase zurück, um zunächst, 24 Jahre alt, seine Mutter bei der Bewirtschaftung des Gutes zu entlasten, dann aber Protzen sehr bald selbständig zu übernehmen. Die schwierige Abwicklung des Torfgeschäftes mit A. Gentz und die Erbauseinandersetzung mit der Mutter und den Geschwistern waren für den Anfänger nicht leicht zu lösende Aufgaben. Daneben galt es, den Gutsbetrieb zu modernisieren. Paul Legde begann mit der Anwendung künstlichen Düngers, besonders Chilisalpeters. Die Bauern spotteten: „All das schöne Geld! He solls doch leber in den Pütten smieten, da hört he’t wenigstens plumpsen.“ Legde ließ als Antwort auf den Südhang des Ackers zum Luch in oberhalb der Chaussee nach Manker einen Streifen von Ost nach West und einen von Nord nach Süd mit Salpeter bestreuen, und die junge Saat zeigte bald ein dunkelgrünes Kreuz auf hellerem Grunde. Die Bauern waren bekehrt und machten es nach. Wie denn überhaupt der beispielgebende Einfluss der Großbetriebe auf die bäuerliche Wirtschaft, wenigstens zu damaliger Zeit, nicht unterschätzt werden sollte.

Freilich kam es auch zu Ankäufen von Bauernwirtschaften durch die Güter. Aber der Anstoß dazu ging in der Mehrzahl der Fälle von den Bauern aus, die durch den Torfstich wohlhabend geworden, das Leben in der Stadt bequemer fanden. In Protzen wurde 1882 der Hermannsche Hof, dem Gutshof unmittelbar benachbart, nebst Garten und einem am neuen Friedhof gelegenen Streifen Land vom Gut erworben. Auf diesem Streifen wurde ein gepflasterter Verbindungsweg vom Gutshof zum Lüchfelder Weg, der Hauptzufahrtsstraße zu der Gutsfeldmark, angelegt. In dem Hermannschen Wohnhaus, einem alten Fachwerkbau, wohnte bis zu ihrem Tode im Jahre 1886 die „Großmutter Strenge“, geb. Wasmuth, in erster Ehe Frau des Johann Christoph Legde, Bauern und Dorfschulzen in Granzow/Prignitz, Mutter des Joachim August, des ersten Protzener Legde. Das alte Haus wie auch die Wirtschaftsgebäude nebst dem darin eingerichteten Amtsgefängnis sind 1913 einem großen Brande zum Opfer gefallen.

Der Torfstich, Quelle des, wenn auch durch Erbabfindung in zahlreiche Teile zerfallenden Wohlstandes, erwies sich mit der Zeit als zweifelhaftes Geschäft. Die ausgetorften Wiesen, die Untergründe verwandelten sich zurück in einen Sumpf, aus dem das wenige saure Gras auf Stangen herausgetragen werden musste. Keinen Ausgleich bot der Havelmielitz, dessen Samen relativ wertvolle Ernten erzielten. Eine Freude in dem fast urweltlich anmutenden Sumpfgelände hatten eigentlich  nur die Entenjäger, die reiche Beute an Wassergeflügel machen konnten. Sollten die Wiesen wieder Ertrag bringen, musste zuvor das überschüssige Wasser abgeleitet werden. Auf Initiative von Paul Legde wurde dann auch 1903 die „Entwässerungsgenossenschaft Walchow-Protzen“ gegründet. Sie hatte die Aufgabe, unter Aufsicht und mit finanzieller Beteiligung des Staates, vertreten durch das Wasserbauamt Neuruppin, die ausgetorften Untergründe mit einem Netz von Entwässerungsgräben zu durchziehen und das Wasser durch den zum Hauptvorfluter ausgebauten Wall- oder Königsgraben zur Havel abzuleiten. Das, wenn auch geringfügige Gefälle im Luch verläuft von Ost nach West. Der Genossenschaftsvorsteher Paul Legde hatte, wie Pastor Westphal in seiner „Geschichte des Dorfes Protzen“ ein wenig naiv bemerkt, „als Urheber und Betreiber viele Schreibereien“. Wie so oft bei gemeinnützigen Unternehmungen fanden sich auch hier zahlreiche Opponenten, deren Widerstand gebrochen und deren Beitritt zur Genossenschaft erzwungen werden musste, insoweit ihre Wiesen zum Einzugsgebiet des Hauptvorfluters gehörten. Der Einspruch wurde im wesentlichen damit begründet, dass die Havelmielitz, eine Grasart, die nur auf nassem Standort gedeiht und für dessen Samen verhältnismäßig hohe Preise erzielt wurden, verschwinden würde. Das war zwar richtig, jedoch im Verhältnis zu der durch die Entwässerung zu erwartenden Melioration der großen ausgetorften Flächen belanglos.