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50 Jahre Posaunenchor Protzen / Fehrbellin



Man schrieb das Jahr 1950. Protzen war damals doppelt so groß wie heute, denn der Flüchtlingsstrom war riesig. Alle Wohnungen waren überbelegt und keine noch so kleine Kammer blieb leer. Deutschland hatte gerade den zweiten Weltkrieg verloren. Östlich der Oder und Neisse, aus Böhmen und Mähren, wurden rund 13 Millionen Deutsche vertrieben, die als Flüchtlinge ohne jede Habe nach Deutschland kamen . Auch in Protzen gab es viele Zwangseinquartierungen, denn keiner wollte freiwillig seinen Platz mit anderen teilen. Bei den Großbauern des Ortes mußten die Flüchtlinge ihr Brot verdienen. Zu dieser Zeit war Herr Hinze Bürgermeister in Protzen. Der Buchhalter der damaligen Maschinen - Ausleih -Station, Herr Wenig, ein Freund der Musik, kümmerte sich sehr rege um das Schallmeyen -, und Gitarrenorchester des Dorfes, die sich aber zum größten Teil dem sozialistischen Lied Gut widmeten. Pfarrer Hoppe betreute die Kirchengemeinde im Ort. Einer der Flüchtlinge, Max Walter , spielte mit der Geige zum Tanz auf und gab Lernwilligen Unterricht. Auch gab es im Ort einen Sportverein mit Fußballclub, der wie die Tanzgruppe und der Schulchor öffentlich gefördert wurden. Der Kirchen Gesangs Chor existierte schon seit 1945. Pastor Hoppe sagte damals, nachdem alle traurig waren, weil Väter und Söhne im Krieg geblieben sind: „Das Land weint, wir müssen singen:„ Mit etwa 3o Sängern begann Gerda Leusch, die zu der Zeit noch Hofbesitzerin in Protzen war. Frl. Kampe war die damalige Kantorin in Protzen. Zu Essen gab es nur wenig. Mit Lebensmittelkarten konnte man Zucker und Butter beziehen, für Garderobe gab es Kleiderkarten und mit viel Glück und Ausdauer konnte man vielleicht damit auch etwas ergattern. Das war allerdings nur möglich, wenn der 14 Km lange Weg, in Holzpantoffeln oder auf dem Fahrrad in die Kreisstadt Neuruppin in Kauf genommen wurde. Es gab auch ab und an Scheine für Alkolat, ein Alkoholersatz, wenn man nicht lieber die selbst angesetzten Obstweine trank, die auch bedeutend billiger waren. Die Regierung Ulbricht hatte vielen Flüchtlingen ein Stück Land gegeben, damit sie siedeln konnten.



Am 17. September 1950 fand ein Missionsfest in Protzen statt, die Kollekte war für die Bläserarbeit gedacht und sollte der Grundstock für die Bläserarbeit in Protzen sein. Die Bläser aus Neuruppin, der einzige Bläserchor aus der Nähe, waren zu diesem Fest geladen. Es war ihnen leider nicht möglich daran teilzunehmen, aber auf Bitten von Pastor Hoppe haben sie dann am Vorabend des Missionsfestes auf dem Polterabend von Frieda Gehring und Theo Pelzer ein Ständchen gebracht. Alle waren begeistert. Die damalige junge Gemeinde-schwester Ottilie, die 1946 aus Ostpreussen mit 31 Jahren nach Protzen kam sagte: „Ich traue Gott zu, daß es auch hier einmal Bläser gibt.„

Am 8. April 1951 konfirmiert Pastor Hoppe den Sohn von Frau Leusch, die dann bei Nacht und Nebel aus der DDR flieht. Ihr droht Haft, weil sie das Soll an Lebensmitteln nicht mehr auf ihrem Hof aufbringen kann. Frl. Kampe, die Kantorin übernimmt den Singechor, aber mit vollem Herzen sind nur noch wenige dabei. Der Schock sitzt zu tief. Zu der Zeit übte Georg Kolbe, Flüchtlingssohn aus Erlenbusch in Mittelschlesien , der am 24. September 1946 nach Protzen kam, verzweifelt jeden Tag bei Max Walter Geige. Aber die Geige hatte es in sich, die Finger waren einfach zu dick und klobig. Max Walter meinte : „Höchstens zur Blasmusik geeignet„.

Die Weiche war gestellt fürs Leben zwischen Volksmusik und Klassik. Instrumente wurden bei Diakon Schneidenbach, dem damaligen Posaunen Chorleiter Neuruppins, bestellt. Im Juni 1951 gab es dann die ersten Instrumente. Jetzt konnte man es den Kommunisten zeigen und der Schallmeyen Bewegung Kontra bieten. Mit einer Tenortrompete und zwei Flügelhörnern konnte die Arbeit aufgenommen werden.

 



Georg Kolbe, Wilhelm Schweimert, Sohn eines Bauern und Ladenbesitzers in Protzen, sowie der Flüchtling Fritz Riester waren begeisterte Anfänger. Es gab noch andere Interessenten, aber die Instrumente fehlten. Ein einziges Notenblatt mit der F – Dur Tonleiter stand zur Verfügung, auf der die Griffe standen. Für den Anfang etwas wenig. Plastik Mundstücke wurden gekauft , mit denen wurde auf dem Feld der Ansatz geübt. „Ännchen von Tharau„ war das erste Lied, das bis zum Umfallen „getutet„ wurde. Johannes Völkel, damals Oberschüler in Neuruppin und Bläser im Posaunenchor des Diakon Schneidenbach, wohnte in Stöffin, kam einige male in der Woche nach Protzen und gab den Bläsern Einweisungen in die Grundbegriffe des Blasens. Der Vater Johannes Völkels war Küster in Neuruppin. Zumindestens war jetzt klar, welche Töne wie gegriffen werden mußten. Das Ergebnis war auch schon eher zu ertragen. Im Herbst kaufte sich W. Schweimert eine eigene Jazztrompete, worauf er sehr stolz war und die auch heute noch existiert. Seine Enkelin blies noch ihre ersten Töne darauf. Dadurch wurde ein Instrument frei und Platz für einen weiteren Bläser. Bruno Schöbel, der mit Georg Kolbe beim Bauer Jahnecke auf dem Hof arbeitete, ließ sich mit dem Bläservirus anstecken und übte fleißig mit. Günther Müller, der in der Schmiede Messow als Geselle arbeitete, ließ sich auch begeistern. Er kaufte sich nach einigen Mühen ein altes Flügelhorn. Nun schloß sich der Chor dem Posaunenwerk der ev. Kirche Berlin – Brandenburg an.

Im Januar 1952 fuhren G. Kolbe, W. Schweimert und Bruno Schöbel zu ihrem ersten Posaunenlehrgang nach Berlin – Weissensee. Dort war es natürlich nicht einfach als blutige Anfänger dazustehen, aber Erfahrungen konnten hier in Hülle und Fülle gemacht werden. Flüchtlingssohn Werner Mrosek, der damals bei der BHG gearbeitet hatte, vergrößerte nun den Chor . Er kaufte sich ein neues Flügelhorn. Günter Lehmann, der sich aus Neuruppin ein Tenorhorn geliehen hatte kam dazu. Zu den Proben war er immer da, obwohl er in Lüchfeld wohnte. Auch der Stellmacher Nalepinski gesellte sich zum Kreis der Bläser, er hatte im Gegensatz zu allen anderen Bläsern schon genügend Erfahrung im Blasen, da er in seiner Heimat schon im Bläserchor mit gemacht hat und konnte somit gute Tips geben. Leider blieb er nicht lange, weil das Blasen in diesem Chor für ihn keine Herausforderung war und er sich mit W. Schweimert auch nicht gerade gut verstand. Pastor Hoppe verließ Protzen im November 1951 und Pfarrer Andrich kam nach Protzen.

Am 6. April 1953 heiratet Wilhelm Schweimert Erika Nöpel. Geblasen wurde auch schon dazu das Lied: Herr wir stehen Hand in Hand: „ Der Chor konnte dann auch endlich öffentlich auftreten. Die ersten 6 Choralbücher wurden gekauft. Auf Veranlassung Frl. Kampes hat Pastor Andricht sämtliche Liedsätze in dreistimmige Bläserstücke umgewandelt, weil der Chor nur 3-stimmig besetzt war. Er übernahm dann auch erst einmal die Geschäfte des Posaunenchores. Am 30. Mai 1953 heiratete Georg Kolbe die einheimische Irmchen Gottschalk, natürlich war sein Bläserchor auch dort mit dabei.

Vom 1. bis 5. November 1954 fuhr G. Kolbe zu seinem ersten Chorleiter Lehrgang zum Stöckerstift nach Berlin – Weissensee. Laut eigener Aussage fehlte ihm noch viel zum guten Chorleiter. Gut Ding will eben Weile haben. Aber er nahm dann nach dem Besuch des Lehrgangs die Geschicke des Chores in die eigenen Hände. Am 23. April 1955 bekam Georg Kolbe dann seine bestellte Zugposaune. Man höre und staune für 187.33 DM inclusive Buntmetall Zuschlag und Etui. Da es eine B –Tenor Posaune war, änderte sich gleich das ganze Chorgefüge. Es war endlich möglich auch vierstimmige Sachen zu blasen. Anfang 1955 bliesen W. Schweimert und G. Kolbe die erste Trompete, die zweite Werner Mrosek und die dritte Theo Pelzer. Am Ende des Jahres die vierte Stimme dann G. Kolbe. Da der Diakon Schneidenbach im Januar 1956 schon ein viertel Jahr in Langen als Pastor tätig war, kam Georg Kolbe auf die Idee, daß die Chöre doch zusammengelegt werden könnten um somit ein besseres Ergebnis erzielen zu können. Ostern 1956 gab es den ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt.

Die folgenden gemeinsamen Proben wurden fast nur von den Protzenern genutzt.

Vom 5. bis 8. Oktober 1956 dauerte der Deutsche Evangelische Posaunentag in Dortmund aus Anlaß des 100. Todestages von D. Johannes Kuhlo. Georg Kolbe meldete sich an und fuhr hin, obwohl diese Fahrt noch ein Abenteuer war, wenn man bedenkt erst mit der „Dammkruger Bimmelbahn„ und ständig umsteigen, außerdem lag Dortmund im nicht sozialistischen Ausland. Probst Dr. Grüber verhandelte mit dem Innenministerium der DDR, dass alle Polizeiämter der DDR in Kenntnis gesetzt wurden, um Schwierigkeiten bei der Reise nach Dortmund zu vermeiden.

Es kommen 1957 noch zwei Bläser dazu, Elfriede Gellert und Helmut Pelzer, beide von Theo Pelzer in der Familie geworben. Die Einsätze 1957 waren vielfältig.

Im Advent diesen Jahres konnte der Chor schon Liturgische Gottesdienste in 6 Gemeinden halten. Die Bläser mußten zu Fuß oder mit dem Fahrrad nach Buskow und Stöffin laufen oder fahren und das bei Regen und Sturm, da brauchte man schon noch eine gehörige Portion Spaß an der Sache. In Stöffin kamen sie mit einer ¾ Std. Verspätung und völlig aufgeweicht an.

In der letzten Hälfte 1957 hat W. Schweimert kaum noch mitgemacht.

1958 gehen Heinz und Herbert Barke auch durch Umzug verloren. Dadurch fehlen sehr gute Stimmen. Dafür haben sich aber Elfriede Gellert und Helmut Pelzer sehr gut eingefügt.

1959 gab es erneut Bläser Nachwuchs. Horst Grashoff wollte das Blasen erlernen, da sich aber in der ersten Zeit keiner so recht um ihn kümmerte, ging es nur langsam voran und er gab schließlich erst mal auf.

Von den Langener Bläsern kommt kaum noch jemand zu den Übungsabenden. Weshalb, das ist nicht erkennbar. Die Übungsabende mit den wenigen Bläsern durchzuführen macht keinen Spaß, deshalb wurden die Übungsabende in Langen auch weniger.

1959, im Laufe des Jahres blieb W. Mrosek der Bläserei immer öfter fern und kam dann gar nicht mehr, was sicher an seinem Beruf lag. Zwischen Weihnachten und Neujahr fand dann in Radensleben eine Bläser Rüste mit Herrn Remter statt. Hellmut, sowie Theo Pelzer, Elfriede Appel und Georg Kolbe waren einen Tag dabei und mußten erleben, wie viel doch bis zum Perfektionismus noch fehlte.

 

So begann dann das Jahr 1960.Von den Bläsern aus Langen waren nur noch H. Weihmann und Fritz Kaatz übrig. Die Übungsstunden wurden nur mäßig besucht und die Lust sank auf 0. Das „Aus„ des Chores war wohl vorprogrammiert und nicht zu vermeiden. Da wurde Georg von Erwin Fischer angesprochen, der unbedingt das Blasen lernen wollte. Georg hatte wenig Lust schon wieder von vorn anzufangen, aber Erwin war fest entschlossen und ließ nicht locker, er redete sogar davon, daß noch andere mitmachen wollten. Besonders wohl war es Georg nicht gerade, weil ihm bewußt wurde, daß auch nicht genug Instrumente vorhanden waren. Es war eine ziemlich große Runde von Anfängern ,die sich da versammelt hatte. Die Geschwister Inge und Dieter Salzwedel, die Mutter hatte einen Textilladen im Ort, der Bruder von Elfriede Gellert, Erwin Fischer, Horst Grashoff im zweiten Anlauf und Dieter Wilde. Instrumente wurden ausgetauscht und ausgeliehen, auch Georgs Flügelhorn und die Trompete wurden unter die Lernwilligen verteilt. Jetzt konnte man aus Gärten, Schuppen und Ställen die unterschiedlichsten Trompetentöne hören, schöne und nicht so schöne, was am Anfang noch nicht so von Belang war. In der Woche gab es sogar zwei Proben, Die Übungsstunden wurden zum Wettbewerb, jeder wollte besser als der andere sein. Es machte wieder großen Spaß zu den Übungsstunden zu gehen, ja selbst Georg hat gesagt, daß er in dieser Zeit viel dazugelernt hat.

Die Weihnachtsauftritte klappten auch sehr gut und Georg war sehr zufrieden. Alle waren mit Lust und Liebe dabei. Pünktlichkeit zu den Übungsstunden war selbst verständlich und jede freie Minute wurde zu Hause zum Üben verwendet. Die Disziplin war vorbildlich, die Leistung dementsprechend. Georg war sich sicher, diesen Eifer wird man so schnell nicht wieder erleben und so sollte es später dann auch kommen. Angespornt von der Leistungsbereitschaft und der Freude am Blasen, bereitete Georg dann zum Jahresende die erste Bläser Rüste in Protzen vor. Damals konnte er nicht ahnen, wie viele noch folgen sollten.

Vom Posaunenwerk wurde Heinz Remter nach Protzen geschickt. Es wurde viel geübt und Herr Remter zog die Proben hart durch. Viele Tränen kullerten und Horst Grashoff `s Können wurde auf eine harte Probe gestellt, vielmehr wurde die Qualität des Posaunen Choral-buches auf seinem Kopf durch Heinz Remter getestet. Einige unter ihnen, Erwin Fischer, schwörten sogar nie wieder zur Posaunen Rüste zu kommen. Bläserisch hatte diese Rüste eine Menge gebracht. Die Qualität des Chores erhöhte sich um ein Vielfaches und für Georg Kolbe wurde es auch sehr viel leichter .

Die Proben erschienen wie Spielerei. So waren wir gut für` s Jahr 1961 gerüstet. Hellmut Weymann aus Langen tritt zurück, da er kaum noch in Langen ist. Hellmut Pelzer kauft sich eine Jazztrompete und verkauft sein Instrument an den Chor, aber sein neues Instrument paßte nicht ganz in den Chorklang, egal wenigstens haben wir ein Instrument mehr. Anfang des Jahres kommen Horst Vogler und Burghard Grashoff zu uns in den Chor. Sie fügen sich sehr gut ein und können binnen kurzer Zeit mit dem Chor auftreten.

Leider verläßt Kantor Schneidenbach Langen und geht in den Belziger Raum. Das Baryton und das Tenorhorn verbleiben im Protzener Chor. Horst Grashoff hat zu Weihnachten eine eigene Trompete bekommen. Für den Chor wird ein langes Flügelhorn gekauft, ebenso ein reparaturbedürftiges Tenorhorn. Im November diesen Jahres kommen Helga Pelzer, Reinhard Vettin und Günther Mrosek neu hinzu. Helga Pelzer hat ein eigenes Instrument mitgebracht, Günther Mrosek hat die Trompete seines Onkels Werner Mrosek bekommen. Es gab 1961 viele Bläser Einsätze, die uns auch alle Spaß gemacht haben.

13. August 1961, fast über Nacht werden die Grenzen mit Stacheldraht dicht gemacht. Fahrten nach Westberlin sind nicht mehr möglich, die Bewohner der DDR werden wie unmündige Kinder eingesperrt. „Datschen„ bauen und andere Hobbys lenken von der politischen Situation ab. Die Menschen rücken wieder mehr zusammen, man ist aufeinander angewiesen. Das Tauschgeschäft blüht. Eigeninitiative und Ideen sind gefragt.

Konsumgüter sind rar, da die sozialistische Marktwirtschaft nicht voll funktioniert und die wertvollsten Güter ins Ausland geliefert werden. Auf unsere Bläser Arbeit wirkte sich das positiv aus, daß kaum jemand das Land verlassen kann .

Das Jahr nähert sich wieder langsam dem Ende zu. Die jüngeren Bläser haben von den Älteren das „Rüstzeit Fieber„ übernommen, obwohl sich die Strenge von Heinz Remter herum gesprochen hatte, aber alle waren voller Erwartung Im Dezember stand fest, daß Ottfried Gabriel, der ja für uns zuständig war, die Rüstzeit übernehmen sollte. Am 27.12.1961 um 15.30 Uhr traf Landes Posaunenwart Ottfried Gabriel auf dem Dammkruger Bahnhof ein. Er war ein lustiger Typ, konnte tolle Witze erzählen und eroberte unsere Sympathie im Nu. Ein Witz ist bis heute noch in den Köpfen. Kennen Sie den ? ... Miau, ich bin die zweite Katze? Erzähler: Ottfried Gabriel Landes Posaunenwart des ev. Posaunenwerkes Berlin-Brandenburg. ...Tynnes und Scheel wollen aus der Haftanstalt ausbrechen, finden auch einen Weg, müssen aber über eine Mauer klettern, Scheel steigt rüber, Tynnes möchte auch, wirft aber einen Eimer um und ein Posten kommt angerannt. Tynnes versteckt sich hinter einer Hecke und schreckt dabei eine Katze auf, die erschreckt miaut. Der Posten ist beruhigt als er die Katze sieht und meint ach ist ja nur ne Katze. Tynnes bekommt einen Niesanfall und der Posten fragt „wer da ?„; Tynnes sagt „ Miau ,ich bin die zweite Katze„ (Das ist die Kurzversion. Ob Ottfried Gabriel auch so begeistert war wie wir, ist nicht bekannt, denn wer möchte schon den Weihnachtsurlaub mit undisziplinierten Bläsern verbringen, wenn das auch noch im Rest des Jahres der Fall ist. Aber nebenbei bemerkt haben wir auch eine Menge auf unseren Instrumenten gelernt. Frau Kolbe und Frau Pelzer waren für die Raubtier - Fütterung zuständig und das war auch nicht so einfach. Mittagessen, Kaffee trinken und auch noch Abendbrot aus dem zu zaubern, was die Bläser mitbrachten war die reinste Zauberei.

Im Februar 1962 fuhren Horst Grashoff, Horst Vogler und Dieter Salzwedel zu einer Bläser Rüste nach Templin. Trotzdem sie dort zu schlechtesten Bläsern gehörten, machte es ihnen viel Spaß und sie lernten viel dazu. Dem Bläser Chor in Protzen kam es sehr zugute. Von Mai bis Juli war der Chor viel unterwegs. Pfarrer Gollwitzer aus Rohrlack trug viel dazu bei, denn er vermittelte uns in den Gemeinden.

Diese Einsätze stärkten den Ansatz und waren gut für uns, leider ließ das nach den Sommerferien nach. Am 20.10.62 feierten wir die Hochzeit von Elfriede Gellert und Appel.

Pfarrer Gollwitzer gibt im September 1962 die Gemeinde Protzen an Pfarrer Sprengel nach Manker ab. Er nahm uns viele Wege ab, unterstützte uns wo er konnte, auch finanziell konnten wir auf ihn bauen; deshalb tat es uns allen leid daß er ging. Im September bekamen wir einen neuen Bläser, Bernd Semmrau. In der Adventszeit brach dann die Maul- und Klauenseuche aus und weitere Einsätze waren unmöglich, die Orte standen unter Quarantäne. Gottesdienste durften deshalb nicht stattfinden.

Am Heiligabend wurde aus diesem Grunde nur in Protzen geblasen. Um unsere angefangene Tradition zu wahren haben wir beschlossen auch in diesem Jahr, trotz Maul- und Klauenseuche, die Rüstzeit fortzusetzen. Ottfried Gabriel kam wieder zu uns, um mit uns zu üben und die Rüste wurde wie vorher, ein großer Erfolg.

Und wieder ist ein Jahr vergangen. Am 3.01.1963 verläßt Schwester Ottilie Protzen und geht nach Bad Suderode in den Harz. Sie ist der eigentliche Gründer des Posaunenchores, deshalb fällt es uns schwer sie gehen zu lassen. Sie hatte sich voll für den Chor eingesetzt, sei es materiell oder ideell. Jetzt fehlt uns diese Stütze sehr. Elfriede Appel kommt immer seltener zur Chorprobe und Helmut Pelzer macht sich auch immer rarer. Zu Beginn des Jahres stehen wie immer nur Übungsstunden auf dem Plan. Am 31. März 1963 besuchte uns Landes Posaunenwart Ottfried Gabriel mit seiner Frau und zwei anderen Bläsern, er brachte die zwei bestellten Trompeten mit. Es sollte auch noch einmal eine Feierstunde in der Kirche abgehalten werden, die dann besser besucht war, als Silvester zum Jahresausklang. Eine neue Trompete bekam Günter Mrosek und die zweite behielt G. Kolbe. Zur Zeit fühlten wir uns als Chor noch ein wenig herrenlos. Schwester Ottilie war meilenweit weg und Pfarrer Sprengel mußte sich mit allem noch vertraut machen und residierte außerdem noch in Manker. Die Bläser Arbeit geht voran, O. Gabriel hat uns zum Jahreswechsel gut gerüstet. Georg Kolbe klagt: „Wäre ein besserer Chorleiter da, würde es bläserisch noch besser voran gehen.„ Wir als Chor sind froh einen so einsatzfreudigen Chorleiter zu haben, immerhin wird der Chor schon zwölf Jahre alt. Das Osterfest gibt den Auftakt, von nun an werden wir keinen Sonntag verschont. Die Einsätze bei den vielen Konfirmationen im Kirchenkreis nehmen kein Ende. Das war schon sehr anstrengend, machte aber auch Spaß. Am 23. Juni geht es dann zum Posaunentag nach Potsdam. Es war überwältigend, sah man doch, wir sind nicht allein, es gibt viele ,die das gleiche tun wie wir. Pfarrer Gollwitzer aus Rohrlack geht es sehr schlecht, Diagnose Krebs. Es gibt nach wie vor auch Rückschläge, die aufgefangen werden wollen, denn Dieter Salzwedel verläßt den Chor und geht nun nach Frankfurt / Oder in die Lehre. Auch Horst Grashoff verläßt den Chor, er geht nach Nauen, aber er ist zwischendurch doch noch oft hier und kann an den Einsätzen teilnehmen. Das Jahr geht zu Ende und als nächstes kommt die Bläser Rüste, wie jedes Jahr, schon zur Tradition geworden. Ottfried Gabriel war gefragt. Aber da man ja nie vor Überraschungen gefeit ist, wurde uns mitgeteilt, daß Posaunenwart Johannes Winter die Rüste durchführen wird. Wir waren wenig erfreut, er aber auch nicht minder. Die Weihnachtszeit nicht bei der Familie zu verbringen, war kein erfreulicher Ausblick. Insgeheim wird er beschlossen haben, das eine Mal werde ich das sicher durchhalten, aber im nächsten Jahr bringt mich niemand mehr in dieses Kaff. Es sollte noch dicker kommen. Besonders die Unterbringung war alles andere als gemütlich. Ein kahler Raum mit einem Stuhl und einem Etagenbett bestückt. Wenn da nicht der prall gefüllte Strohsack gewesen wäre, sähe es ja auch noch anders aus. Die Nächte waren nur im Vollrausch zu ertragen. Jedesmal, wenn Johannes es sich gemütlich gemacht hatte und am Einschlafen war, machte sich die Erdanziehungskraft bemerkbar und es ging in Richtung Erdboden. Diesen Kampf gab er schließlich äußerst genervt auf und schlief gleich auf dem Boden. Jemand hatte es zu gut gemeint und die Strohsäcke derart voll gestopft, daß sie nur noch aus zwei schiefen Ebenen bestanden. Die Tage gingen für uns wie im Fluge vorbei. Johannes hatte die Gabe, den Chor mit seiner Persönlichkeit in den Bann zu fesseln. Besonders die Kesselpauken hinterließen einen ungeahnten Eindruck. Jeder Einzelne wurde gefordert. Die Lippen waren platt und die Zähne waren locker, aber der Spaß riesengroß. Der Abschlußgottesdienst war für das Stammpublikum eine Wucht. Bläser Musik mit Kesselpauken, in Protzen eine Premiere von der man noch lange schwärmte.

Die Küchenkräfte Frau Kolbe und Frau Pelzer hatten es in dieser Zeit nicht leicht, denn es galt immer noch aus dem Mitgebrachten etwas zu zaubern . 17 Bläserinnen und Bläser mußten schließlich an 3 Tagen versorgt werden. Georg Kolbe schreibt in unsere Chronik: „Johannes Winter hielt diesen Gottesdienst in einer freien Art und Weise, welche sehr guten Anklang fand.„ Schwester Ottilie, die immer mit anfaßte ,war nicht mehr da und Schwester Magdalene hatte für die Jugend- und Bläserarbeit wenig übrig. Sie ging für diese Zeit in Urlaub. Georg Kolbe heizte jeden Morgen erst die Räume, bevor es los ging. Kohle wurde von zu Haus mitgebracht.

Georg Kolbe hat das Baryton, das Johannes Winter ihm angeboten hat gekauft, aber woher er das Geld nehmen soll, weiß er noch nicht. Die Chor eigenen Instrumente sind nur für den innerkirchlichen Dienst-gebrauch bestimmt. Werden sie zu Unfug oder anders benutzt, will Georg diese dann einziehen. Inzwischen ist schon der Januar 1964 ins Land gezogen. Das Echo der Posaunenfeierstunde klingt noch nach. Die Kritiken sind gut und Georgs größte Sorge, das Geld für das Baryton ist nun auch gegenstandslos. Familie Theo Pelzer hat 350.00 DM zur Anschaffung von Instrumenten gestiftet. Es kostet viel Mühe den Chor zusammenzuhalten, denn die ersten gehen in die Lehre und zur NVA. Mit dem Frühling beginnen die Konfirmationen und damit auch unsere Einsätze, wie in jedem Jahr. Georg hat seinen Trabant bekommen und die Fahrräder sind nicht mehr gefragt. Rudi Mrosek und Joseph Kleer haben auch ein Auto und bringen uns ab und an zu unseren Einsätzen. Niemand kommt mehr auf die Idee ein Fahrrad zu benutzen. Am 30. / 31. Mai waren wir zum Prignitzer Posaunentag in Wittstock. Georg hat Christel Kleer, Inge Salzwedel und Günther Mrosek mitgenommen. Dieter Wilde und Burghard Grashoff sind mit dem Moped dorthin gefahren. Mit dem Zug kamen Horst Vogler, Erwin Fischer und Reinhard Vettin nach. Somit waren wir ein selbständiger Chor und konnten eigenständig auftreten. Georg und seine Frau sollten Pfarrer Gollwitzer in den Harz begleiten, aber er wollte mit Johannes Winter einen Termin für den Protzener Posaunentag festlegen. Ca. 120 Bläser- und Bläserinnen waren in Wittstock. Es war eine Wucht, Georg hat seine Entscheidung nicht in den Harz zu fahren nicht bereut. Der Termin für den Bläsertag in Protzen wird der 5. / 6. September sein. Georg Kolbe hat sämtliche Bläser Chöre aus dem Kirchenkreis Neuruppin eingeladen.

Pastor Müller aus Gottberg sagte ab, da er selbst in der eigenen Gemeinde gefordert war. Kirchen Musikdirektor Binner aus Neuruppin wurde mit seinem Chor eingeladen und Bruder Prüfer aus Wulkow. 39 Bläser waren am Sonnabend zum Volkslieder blasen versammelt. Er sollte im Pfarrgarten stattfinden, aber dann begann es zu regnen und wir gingen in die Kirche. Licht hatte der Elektromeister Seidel aus Manker gelegt, Stühle und Bänke wurden freundlicher-weise vom Gastwirt Böldicke zur Verfügung gestellt. Die wurden dann aber am Sonntagnachmittag zur Feierstunde genutzt. 42 Bläser- und Bläserinnen musizierten am Sonntag bei strahlendem Sonnen-schein im Pfarrgarten. Frau .Kolbe und Frau Pelzer hatten in der Zwi-schenzeit die Kaffeetafel gedeckt und luden zum Kaffee trinken ein. Dieses gelungene Fest machte Mut und gab Kraft für die nächste Zeit.

Sabine Neumann kommt als neue Bläserin dazu. Sie hatte schon einmal begonnen und sich jetzt fest entschieden. Die nächste Zeit gehört den Proben. Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es wieder eine Bläser Rüste. Johannes Winter kam nach Protzen und feilte an unserem Können. Nun soll diese Rüste zur Tradition werden; beschloß man, obwohl sie doch längst zur Tradition geworden war.

Die Abschlußfeierstunde in der Protzener Dorfkirche wurde auf Ton-band aufgenommen., damit später zu hören ist, wie recht und schlecht, aber zum Lobe Gottes in Protzen geblasen wurde. Frau Pelzer und Frau Kolbe sollen auch diesmal nicht vergessen werden, denn sie haben für das leibliche Wohl gesorgt.

Mit dem Wunsch, möge Gottes Hand uns weiter geleiten und möge es auch weiterhin betende Hände für unsere Arbeit geben, gehen wir ins neue Jahr 1965 hinein. In den ersten Wochen im neuen Jahr waren die Proben nur mäßig besucht. Das machte auch nicht unbedingt Mut. Wie in all den anderen Jahren begannen unsere Einsätze wieder im Mai mit den Konfirmationen. Die geplanten Volksliederabende am 3.07.65 in Fehrbellin, Manker, Protzen und Langen bestimmten die weiteren Übungsabende. Wir mußten uns stark ins Zeug legen. Dieter Wilde hat den Chor verlassen. Horst Vogler kommt auch kaum noch. Bernd Semmrau bläst jetzt das Tenorhorn. Am 26./ 27. Juni fuhren wir nach Pritzwalk zum Posaunentag.

Am 4.07.65 bliesen wir zum Gottesdienst in Lüchfeld, am Nachmittag dann zum Kindergartenfest in Langen. Inge Salzwedel verläßt den Chor, um nach Potsdam zu gehen. Sie lernt Krankenschwester. Erfreulich ist allerdings, daß Norbert Wenske, Marlies Kolbe, Hartmut Vogler und Wilfried Lange ganz wild auf``s blasen sind. Es macht Spaß ihre Fortschritte zu verfolgen. Auch in diesem Jahr wird es eine Bläser Rüste geben. Der Vormittag des 29.12.65 gehörte den Anfängern. Meinhard Dahlke übernahm die Leitung, da Johannes Winter erst am 30.12.65 kommen konnte. Irmchen Kolbe und Frieda Pelzer verpflegten uns auch diesmal. Horst Grashoff konnten wir zu seiner Verlobung gratulieren. Georg Kolbe und Theo Pelzer wurde in der Feierstunde am 30.12. die silberne Trompete verliehen. Ein erfolgreicher Jahresabschluß.

Anfang 1966 gab es die nächste Überraschung. Am 1 .Osterfeiertag wurden wir zur Hochzeit Horst Grashoffs eingeladen. Das Brautpaar und die Gäste mußten mit dem Auto zur Kirche fahren, da es stark regnete.

Inzwischen ist es Mai geworden. Auch in diesem Jahr wieder der Einsatz reichste Monat.

Die 1. Konfirmation fand am 8. Mai 1964 in Manker statt. Am 22. Mai ging es in Fehrbellin weiter, am Nachmittag war Jugendsonntag in Radensleben dort wurden die Junge Gemeinde Abzeichen verliehen. Da am 25. Mai zwei Konfirmationen zur gleichen Zeit stattfanden, wurde der Chor kurzerhand geteilt. Der größere Teil des Chores fuhr nach Langen, eine kleine Besetzung nach Vichel. Am 12. Juni war Kircheneinweihung in Katerbow. Dort wurde mit dem Gottberger Bläserchor gemeinsam geblasen. Am 5. Juli fand eine Posaunenfeierstunde in Fehrbellin statt, die LP Johannes Winter leitete. Der Fehrbelliner Pastor Seehaus spendierte 50.00 DM für die Teilnahme einer Bläser Rüste in Friedrichsthal. Sabine Neumann, Helga Pelzer und Norbert Wenske fuhren dorthin. Es kostete ziemlich viel Kraft Norbert bei jedem Halt am Aussteigen zu hindern, da er ständig irgend etwas kaufen wollte. Am 9. Juli mußten sie aber schon zurück, denn am Abend war eine Feierstunde in Manker geplant, bei der alle wieder dabei sein wollten. Beim Kirchentag am 17. Juli in Radensleben war der Chor wieder gefragt, gemeinsam mit dem Radenslebener Bläserchor und Pastor Prüfer aus Wulkow wurde die-ser Auftritt bestens gemeistert. Am 12.08. nahm Georg Kolbe mit seiner Frau an der Bläserfahrt mit LP Johannes Winter nach Penig teil. Im September haben wir dann eine Feierstunde im Altersheim in Garz geblasen, damit unser Können nicht einrostet. Am 4.10.66 bliesen wir zum 80 Geburtstag von Albert Franke, der blind war, deshalb diese Ausnahme; denn private Einsätze sollte es nicht geben. Erwin Fischer, G. Mrosek, G. Kleer, Helga Pelzer und Georg Kolbe fuhren am 24.09.66 zum Kirchentag nach Potsdam. Solche Bläser Treffen, an denen hunderte Bläser teilnahmen, waren eine Wohltat und gaben einfach Kraft zum Weitermachen.

Inzwischen ist es auch wieder Advent. Am 1. Advent hielten wir eine Posaunenfeierstunde in Hakenberg , ein neues Terrain. Am 4. Advent bliesen wir in Garz. Es waren nur 8 Gäste da, aber diese werden sicherlich davon weiter erzählen. Heiligabend haben wir diesmal nur in Protzen geblasen. Vorgesehen waren Einsätze unter den Laternen der Dorfstraße, aber es war so schlechtes Wetter, daß diese Einsätze glatt „ins Wasser fielen„. Am 28.12.66 begannen wir wieder mit unserer Rüste. Da der Bläser Chor in Radensleben wieder am entstehen war, haben wir sie zur Rüste eingeladen. LP Johannes Winter kam erst am 29.12.66. Die erste Feierstunde fand am 30.12. in Karwe statt. Den Jahresabschluß begingen wir mit einer Feierstunde in Protzen am 31.12.66 um 17.oo Uhr. Deutlich konnte man die Entwicklung des Protzener Bläserchores hören und der Spaß hatte auch seinen Anteil an der Rüste.

Inge Salzwedel und Horst Vogler waren nur kurz da. Als Anfänger kamen Jürgen Salzwedel und Marlies Franke dazu. Bilder konnten von dieser Rüstzeit nicht gemacht werden, weil Herr Prügel im Krankenhaus lag. Von Schwester Ottilie kam ein Gruß aus Bad Suderode, der uns wirklich erfreute.

Am 11.01.1967 begann unser erster Einsatz in Fehrbellin. Wir brachten Pfarrer Bedorf zur Silberhochzeit ein Ständchen. Ansonsten üben wir kräftig für die Konfirmationen und festigen die Stücke, die wir in der Rüste von LP Johannes Winter neu dazu gelernt haben. Mit dem 23. 04.67 in Manker beginnen die Konfirmationen im Umkreis. So manche Konfirmation mußte noch abgesagt werden, weil es einfach nicht zu schaffen war. Am 28.05.67 gab es eine Posaunenfeierstunde in Langen. Sie war sehr gut besucht und wir Bläser waren auch gut drauf und konnten unser Können unter Beweis stellen. Eine Konfirmation mußte am 25.06.67 noch in Stöffin begleitet werden, danach ging es zum Bläser Tag nach Dabergotz. Bläser Pfarrer Müller aus Gottberg hatte die Leitung. Wir fuhren mit den Fahrrädern dorthin und hatten mächtig in die Pedalen zu treten, denn der Weg nach Stöffin war vom Regen aufgeweicht. Den ganzen Sonnabend hatte es geregnet. Aber am Sonntag schien die Sonne und die Dabergotzer Gemeinde hatte alles so schön hergerichtet. Am 03.07.67 beginnt eine Bläser Freizeit mit LP Johannes Winter in Radensleben, die ursprünglich in Karwe stattfinden sollte. Hartmut Vogler, Norbert Wenske, Helga Pelzer, Christel- und H.-Günther Kleer und Sabine Neumann nehmen daran teil. Untergebracht sind sie in der Gemeinde in Einzelquartieren. Anschließend gab es Feierstunden in Radensleben, Lichtenberg, Wustrau und Karwe. Sie haben in diesen Gemeinden großen Anklang gefunden. Ulla Höpfner scheidet aus dem Chor aus, sie war in diesem Jahr kaum dabei. Marlies Franke bläst schon ganz gut, Jürgen Salzwedel übt noch mit Anfängern, wie Gerhard Falkenberg. Helga Pelzer setzt sich ebenfalls intensiv für die Chorerhaltung ein. In den Schulferien fallen die Übungsabende aus. So muß danach doppelt geübt werden, denn am 17.09.67 machen wir mit dem Dabergotzer Chor eine Wochenend Bläserfahrt nach Rheinsberg und in die Umgebung. Zuerst gibt es am 19.07. eine Bläserstunde in Zechlinerhütte. Erwin Fischer, Norbert Wenske, Christel Kleer, Helga Pelzer und Georg Kolbe waren vom Protzener Posaunenchor dabei. Die Übernachtung erfolgte in Privatquatieren. Christel Kleer und Helga Pelzer hatten das große Los gezogen, denn sie übernachteten bei einem Künstler, aber davon hatten sie noch keine Ahnung, als sie das Haus betraten. Beim Betreten der Wohnung stand Christel, geblendet von der Sonne, nach dem ersten Schritt schon auf einer großen Skizze. Frühstücken konnten sie auf einer Terrasse am See. Irgendwie erinnerte es sehr an Fontanes Beschreibungen. H.-Günther Kleer, Bernd Semmrau und Hartmut Pelzer kommen dann am Sonntag nach Rheinsberg nach. In Rheinsberg wurde am Sonntag eine Posaunenfeierstunde abgehalten, danach verteilten wir uns auf Boote und es wurde auf dem Rheinsberger See geblasen, aber es war noch nicht die Wassermusik von Händel, das sollte uns Johannes Winter erst viel später bei einer Jahresendrüste in Protzen beibringen. Der Klang war toll, es hallte auf dem See nur so von Echos nach. Es war nicht nur für die Urlauber, sondern auch für uns ein Vergnügen Sabine Neumann ist seit dem 1. September in Radensleben und hat sich leihweise vom Protzener Chor eine Trompete mitgenommen, da sie dort im Chor mit blasen möchte. Die Übungsabende sind nur mäßig besucht, da einige durch Lehre und Beruf verhindert sind. Ende Oktober zieht ein Hilfsprediger mit seiner Frau ins Pfarrhaus ein. Endlich hat Protzen wieder einen Pfarrer. Die Pfarrers Familie Schramm wird sicherlich das kirchliche Leben in Protzen bereichern. Seit Pfarrer Tobies mit seiner Familie weg-gezogen ist war es hier sehr still. Die Posaunen Feierstunde am 16.12.67 in Stöffin war leider nicht besonders gut gelungen. Horst Grashoff ist von der Armee zurück und wohnt nun in Protzen. Wir hoffen jetzt wieder einen Bläser mehr zu haben. Am Heiligen Abend haben wir nur in Protzen zur Christvesper geblasen, es war sehr schlechtes Wetter. Eigentlich wollten wir an drei Stellen des Dorfes unter der Straßenlaterne blasen, aber das fiel wegen des schlechten Wetters aus. Alpart Paninka kommt zu unseren Übungsstunden und will das Blasen erlernen. Die diesjährige Bläser Rüste beginnt am 28.12. 67 um 14.00Uhr.

Unsere gute Seele Johannes Winter ist wieder mit von der Partie. Schade ist es, daß immer weniger ältere Bläser Zeit dafür finden. Der neue Hilfsprediger Pfarrer Schramm übt fleißig mit uns mit und seine Frau sorgt mit Frau Kolbe und Frau Pelzer für das leibliche Wohl. Jürgen Salzwedel und Alpart Paninka üben fleißig mit Helga Pelzer, die sich um den Erhalt des Chornachwuchses einsetzt. G. Falkenberg hat es aufgegeben, er macht nicht mehr mit.

Mit der Jahreslosung „Dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat“ beginnt das Jahr 1968. Die Übungsstunden gehen regelmäßig weiter, aber es fällt auf, daß sich Norbert Wenske ein gutes bläserisches Können angeeignet hat. Er und Helga Pelzer halten alles ein bischen mehr zusammen. Vom 4. bis 7.03. fährt Georg Kolbe mit seiner Frau zu einer Eherüste. Johannes Winter bringt ihm eine Zugposaune und ein Helikon für den Chor mit. Damit zieht der Frühling ins Land und es wird wärmer, die Kirchen sind wieder bespielbar, da die meisten nicht beheizt werden können.

Am 7. 04. Steht die erste Konfirmation in Radensleben an. Georg war vorher 2 mal in Radensleben gewesen und hat Chorproben abgehalten. Karfreitag, 12.04., waren wir nur 6 Bläser zum Gottesdienst in Protzen. Am Ostermontag um 14.00 Uhr spielten wir zur Hochzeit von Helmut Schulz, der 3 Wochen später mit dem Motorrad tödlich verunglückte. Weitere Konfirmationen folgen. Am 25. Mai hielten wir eine Posaunenfeierstunde in Viechel

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Es waren viele Besucher da. Vom 27. bis 30. Juni war Sprengel Tag in Neuruppin, es sollten sich vom Freitag bis zum Sonntag alle Bläser dort treffen. Leider waren nur die Protzener Bläser anwesend. Johannes Winter mußte unverrichteter Dinge wieder heimfahren. Wir trafen uns dann nur am Sonntag in Neuruppin. Zum 6. Juli hatten wir eine Feierstunde in Fehrbellin vorbereitet. Ringsum gab es schwierige Gewitter, in Manker schlug es in einen Rinderstall ein und Hans Günther Kleer und Bernd Semmrau mußten zum Feuerwehreinsatz, der Chor war ohne Tenor. In letzter Minute kam Reinhard Vielitz aus Radensleben und wir hatten wenigstens einen Tenor. Recht und schlecht mußte Christel Kleer nun den Tenor mit blasen, obwohl sie erst im Übungsstadium war. Es klappte nicht alles so wie es sollte, aber daran war wohl auch die Gewitterluft schuld. Burghard Grashoff wurde zur Nationalen Volksarmee einberufen und so fehlt uns ein guter Baßbläser. Als nächstes kommt das Rüstwochende in Karwe auf uns zu. Helga Pelzer, Norbert Wenske, Marlies Franke und Marlies Kolbe nahmen daran teil. Georg Kolbe konnte nur teilweise dabei sein, da seine Frau mit seiner Tocher zu einer Mütterrüste nach Bellin gefahren war. Posaunenfeierstunden wurden in Karwe, Radensleben, Langen, Wustrau, Kränzlin, Bechlin und Dabergotz abgehalten. Înzwischen ist es Sommer geworden und damit ruhiger. Jürgen Salzwedel und Alpart Paninka bringen nicht mehr die nötige Disziplin auf und bleiben dem Chor fern. Nach der Sommerpause wurde als erstes zum Gottesdienst in Stöffin geblasen. Als nächstes gab es einen Einsatz zum Erntedankgottesdienst in Protzen. Den Bläsern reichten die Einsätze nicht, sie wollten, daß ihre Übungsstunden in Konzerte umgesetzt wurden. Am 27.11. gab es dann Konzerte in Katerbow und Rägelin. Eigentlich sollte es noch eine Feierstunde in Nackel geben, aber inzwischen sind die Kirchen doch zu kalt und feucht geworden. Zu Johannes Winters Geburtstag ging es dann am 10. Dezember. Rudi Mrosek spielte den Chauffeur, so dass wir mit 6 Bläsern fahren konnten und es für ein Ständchen reichte. Die Gelegenheit war günstig und es wurde gleich über die Rüste geredet. Die begann dann am 28. Dezember. In diesem Jahr hatte Georg alle ehemaligen Bläser an einem Abend eingeladen. Fritz Kaatz, Wilhelm Schweimert, Elfriede Appel, Helmut Pelzer, Inge und Dieter Salzwedel, Horst Vogler, Günther und Erwin Mrosek. Als Einziger fehlte Werner Mrosek. Es war ein gelungener Abend. Natürlich wollten alle wissen, ob sie es noch können. Außer einigen Griffschwierigkeiten ging es noch sehr gut. Johannes Winter brachte alle in Schwung. Am Montag wurde dann eine Feierstunde in Wildberg geblasen und am Silvestertag um 14.00 Uhr in Protzen. Georg Kolbe schreibt später in die Chronik „Es war wohl die Beste Feierstunde seit Langem„.

27 Bläserinnen und Bläser hatten sich zur Rüste zusammen gefunden. 7 Pkw mußten zum Transport der Bläser eingesetzt werden. Pfarrer Kees aus Radensleben war immer mit dabei. Burghard Grashoff z. Zt. bei der NVA kam auch vorbei. Mit der Jahreslosung „Des Herrn Wort ist wahrhaftig und was er sagt, das hält er gewiß„ Psalm 33, 4 geht es ins Jahr 1969.

Am 1. Januar hat Georg Kolbe zwei Flügelhörner mit nach Manker genommen, da der Sohn von Pfarrer Sprengel und sein Freund das Blasen erlernen wollen. Gleich zum Jahresanfang ging es mit Volldampf voran. Gerlinde Kujas, Siegmund Pelzer, Leo Llyzinski und Detlef Güldenpfennig haben sich entschlossen im Chor mit zu blasen, bzw. es zu erlernen. Zunächst übt Georg Kolbe jeden Dienstag mit den Neuen und am Donnerstag übernimmt Norbert Wenske die Probe mit dem Nachwuchs. Am 21. Januar kommen dann noch einige Anfänger dazu. Klaus-Dieter Leinitz, Cornelia Zerahn, Uta Krause und Edda Müller wollen das Blasen auch erlernen. Der Nachwuchs ist kaum noch zu bewältigen. Heike Langmann entschließt sich dann am 28. Januar dazu zu kommen. Im Februar fahren Christian Sprengel und Siegmund Pelzer zur Anfänger Rüste nach Karwe. Schon im April bringt Detlef Güldenpfenning keine Geduld mehr auf und verläßt den Chor. Im Juni gehen dann auch Edda Müller und Leo, doch der macht dann aber nach ein paar Wochen wieder weiter. Die Schwester von Burghard und Horst Grashoff, Dagmar tritt in die Fußstapfen ihrer Brüder und versucht auch im Chor Fuß zu fassen. Bemerkenswert ist Norbert Wenskes Geduld, die er den Anfängern entgegenbringt. Den ersten Einsatz in diesem Jahr hatten wir zur Hochzeit bei Bernd Semmrau in Fehrbellin. Dann geht es erst wieder im April mit den Konfirmationen weiter. Am 6.04 in Protzen, dann in Wildberg und Rohrlack. Georg Kolbe war zum ersten mal nicht dabei, da er krank war. Am 3. Mai gab es eine weitere Bläser Hochzeit, die von Fritz Kaatz in Langen Als wir zur Konfirmation in Fehrbellin bliesen, hat sich Georg Kolbe die Auspuffanlage, sowie die Stoßstange beim Wenden abgerissen. Vier Wochen war das Auto außer Gefecht gesetzt. Zeitlich wurde es eng, denn wir wollten im August auf Bläser Fahrt gehen und in der sozialistischen DDR waren Ersatzteile knapp. Am zweiten August sollte die Bläserfahrt nach Hachelbich beginnen, aber das Transportproblem war noch immer nicht gelöst. Reinhard Vettin wollte unbedingt auch noch mit. Georg verhandelte noch mit Reinhards Vater und siehe da er ließ sich erweichen und überließ seinem Sohn das Auto für die Bläser Fahrt. Für Reinhard sollte es die Fahrt ins Eheglück werden. Johannes fuhr mit seinem Sohn Peter, Rulli, Günther Teßmann und Siegfried Barsch. Das zweite Auto gehörte Diakon Gerhard Lindecke, er fuhr mit Christel Schielke, Theo Pelzer und Norbert Wenske. Reinhard Vettins Auto war mit Hans–Günther Kleer, Bernd Semmrau und Erwin Fischer beladen. Das vierte Auto gehörte Georg Kolbe und war besetzt mit seiner Frau, Christel Kleer und Helga Pelzer. Dann ging es endlich los über Burg, Magdeburg in Richtung Sondershausen bis Hachelbich. Dort angekommen hatten wir kaum Zeit guten Tag zu sagen, denn um 18.00 Uhr war die erste Feierstunde in Günsrode geplant. Die konnte aber erst 20 Minuten später beginnen, da sich unser Zeitplan verschoben hatte, obwohl es zu DDR - Zeiten kaum einen Stau gab. Das Problem, es mußte noch eine Feierstunde um 20.00 Uhr in Seega gehalten werden und unsere Zelte in Hachelbich waren auch noch nicht aufgebaut. Gegen Mitternacht hatten wir das dann auch geschafft. Der Sonntag war mit Feierstunden nur so gespickt. Hohenebra, Thalebra, Hachelbich, Niederbösa, Treba waren die Orte in denen wir geblasen haben. Dafür war der Montag Tag der Erholung. Die Barbarossa Höhle war unser Ziel.

Nur am Abend gab es noch mal einen Einsatz in Göllingen. Am Dienstag, dem 5. August ging es nach Bad Suderode zu unserer Schwester Ottilie, wo wir auch herzlich empfangen . Im Garten des dortigen Diakonissenhauses „Haus Felsengrund„ bauten wir unsere Zelte auf. Am Nachmittag bliesen wir in Gernrode im Altersheim und am Abend eine Feierstunde in Bad Suderode. Es war nicht unsere beste Feierstunde, die wir geblasen hatten, wir waren doch schon etwas lädiert und steuerten die nächste Kneipe an um dort ein verdientes Bier zu trinken. Alle bekamen ihr Bier, sogar Christel Kleer, die lange noch nicht 18 war, nur Helga Pelzer, die bereits 18 war bekam keines, da sie den Ausweis nicht dabei hatte und nicht beweisen konnte, dass sie bereits volljährig war. Um 22 Uhr war der gemütliche Kneipenabend vorbei, denn wir waren in einem Kurort. Am Mittwoch wanderten wir von Tresenburg nach Thale ins Bergtheater, wo uns schon nach 15 Minuten ein Gewitterregen überraschte, danach war alles naß und die Pfützen waren reichlich gefüllt. Das Theaterstück „Die verkaufte Braut„ wurde nach dem Gewitterregen weiter gespielt und beim Reigen setzten die Burschen ihre Mädels mit Wonne in die prall gefüllten Pfützen ab, das gab ein Gekreische und die Besucher kamen alle auf ihre Kosten. Es folgten noch so einige Feierstunden und wir lernten auch das Bodethal kennen, aber Reinhard Vettin und Christel Schielke waren uns voraus, denn sie lernten sich kennen, ob sie das Rübeland oder Gernrode, Friedrichsbrunn, Harzgerode und Günthersberge noch wahrge-nommen haben, kann nicht so genau gesagt werden und das obwohl Christel eigentlich schon in „festen Händen„ war. Diakon Lindecke mußte nach unserer Abreise noch in Bad Suderode bleiben, denn sein Wagen wollte nicht mehr, Getriebeschaden dachten alle, aber es stellte sich nach zwei Tagen heraus, daß nur Getriebeöl gefehlt hatte. Eine willkommene Verlängerung für Norbert Wenske und Erwin Fischer. Anfang November kommt Burghard Grashoff von der Nationalen Volksarmee zurück, er bringt auch gleich seine Verlobte mit, Roswitha eine Bläserin aus Gottberg. Er hat sie beim Bläser Tag in Dabergotz kennengelernt und sich mit ihr am 8.11. verlobt. Jetzt ist Reinhard Vettin zur Armee. Als Bass fehlt er uns sehr. Zu Johannes Winters Geburtstag am 10. Dezember konnten wir leider nicht fahren, da es unheimlich glatt war. Zu Beginn der obligatorischen Bläser-rüste am 28. Dezember war es auch eisig und Glatt. Die Räume werden kaum warm, die Kohlen sind knapp, denn es können keine gefördert werden weil der Boden zu sehr gefroren ist. Johannes brachte seine beiden Söhne Peter und Michi sowie Meinhard Dahlke mit. Von den Radenslebenern war nur Anne Dore Kees dabei und aus Gottberg nur Cornelia Grönnig. Wegen der Kälte war nur eine Posaunenfeierstunde in Protzen geplant. Am Silvestertag waren es -15 bis -20 Grad, der Wind war schneidend kalt. Georg Kolbe hatte noch alle ehemaligen Bläser mit ihren Familien eingeladen, aber es kamen nur Fritz Kaatz und Inge und Dieter Salzwedel. Am Abend wurden dann Dias angesehen und viel geredet. Der Vormittag gehörte den Anfängern. Die Feierstunde mußte im Gemeinderaum abgehalten werden, da es in der Kirche viel zu kalt war. Von Johannes Winter wurde der Chor gelobt, da sich das Können doch sehr gesteigert hatte. Die Anfänger bliesen zum ersten mal mit, wenn auch mit eigenen Liedern. Uta Krause, Gerlinde Kujas, Siegmund Pelzer haben im Anfängerchor die erste Stimme geblasen, Cornelia Zerahn und Heike Langmann waren in der zweiten Stimme, die Dritte bliesen Jutta Schweimert, Leo Lezynski und Klaus Dieter Leinitz Bernd Semmrau kommt nur noch selten, aber er ist im Prüfungsstress und wir hoffen, dass es nach seinen Prüfungen besser wird. Christel Kleer lernt Krankenschwester, kommt aber wenn es ihre Schicht erlaubt. Seitdem Sabine Neumann in Radensleben arbeitet, kommt sie immer seltener zu den Übungsabenden. Hartmut Pelzer kommt auch seltener, was aber wahrscheinlich gesundheitliche Gründe hat. Zur Rüste ist er nicht gekommen. Irmgard Kolbe und Frieda Pelzer haben wieder für das leibliche Wohl gesorgt, und das nicht schlecht. Auch Pfarrer Schramm und seine Frau haben uns unterstützt. Beim Jahresabschluß Gottesdienst wurde die silberne Anstecknadel für zehnjährige Bläserarbeit verliehen. Helga Pelzer, Christel Kleer, H.-Günther Kleer, Erwin Fischer, Burghard Grashoff und Norbert Wenske bekamen dieses Abzeichen für treue Dienste. Georg Kolbe bekam die goldene Anstecknadel verliehen.

Halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott „ Hosea 12, 7

Mit dieser Jahreslosung gehen wir ins Jahr 1970. Wie immer stehen am Anfang des Jahres nur Übungsabende auf dem Plan. Aber schon am 8. Februar blasen wir zur Goldenen Hochzeit bei P. Dräger und seiner Frau. Zum Evangelisch-Katholischen Gottesdienst mit Abend-mahl sind wir als Bläser am 27. Februar eingeladen.

Zur Ferien Rüste in Karwe haben wir niemanden aus unserem Chor angemeldet, aber Georg Kolbe fährt rüber um Johannes Winter zu treffen, der erzählt, dass es wohl bald eine Hochzeit zwischen Christel Schielke und Reinhard Vettin geben wird. Die nächste Überraschung ist die Verlobung von Helga Pelzer und Meinhard Dahlke am 28. Februar. Die Zwei haben sich bei der Jahresend Rüste erst kennen-gelernt. Am 14. März gab es den nächsten Einsatz, die Hochzeit von Roswitha Wenske, Norbert Wenskes Schwester. Dagmar, die kleine Schwester von Horst und Burghard Grashoff, will auch das Blasen erlernen sowie Martina Wosniak. Norbert Wenske ist sehr rührig und übt mit dem Anfängerchor, ersetzt aber auch immer öfter Georg Kolbe bei den Fortgeschrittenen, wenn er Dienst hat.

Christel Schielke und Reinhard Vettins Hochzeit am 4. April war eine richtige Bläserhochzeit, wie sie im Buche steht. Sämtliche Bläser aus Sachsenhausen und Protzen waren dabei. Mit dem Doppelchor „Einer ist König... „aus dem Lob II und „Du Friedefürst Herr Jesu Christ„ begleitet der Bläserchor Christel und Reinhard Vettin aus der Kirche hinaus.

Nur kurz danach, am 7. April , mußten wir zur Beerdigung von Frau Elisabeth Schulz blasen. Sie hatte mit im Pfarrhaus gewohnt und sich für den Bläserchor auch oft eingesetzt. Einen Evangelisch-Katholischen Gottesdienst begleiteten wir dann am 17. April in der Katholischen Kirche in Fehrbellin. Und schon beginnen die ersten Konfirmationen in den umliegenden Dörfern. Dann kamen noch zwei Geburtstagseinsätze. Oma Gädecke wurde 80, die Oma von Inge und Dieter Salzwedel und Frau Siebmann ebenfalls 80 Jahre alt, die Oma von Christel und H.-Günther Kleer. Im Mai fuhren wir dann zum Gemeindetag nach Gottberg. Die zwei geplanten Feierstunden am 6. Juni in Stöffin und am 14. Juni in Protzen bliesen wir ganz ordentlich. Inzwischen ist es Juli und vom 3. bis zum 5. Sind Bläsertage in Magdeburg. Wir haben uns dazu angemeldet, aber kaum Zeit zur Vorbereitung gehabt. Eine Stunde vor Abreise fiel Bernd Semmraus Wagen wegen einer Panne aus. Wir mußten so schnell wie möglich Ersatz beschaffen. Erwin Fischer kam in letzter Zeit kaum mehr zu den Übungsabenden, aber er erklärte sich bereit mit seinem Wagen einzuspringen und packte in wenigen Minuten seine Reisetasche. Nach neuesten Erkenntnissen ist klar, dass Meinhard Dahlke und Helga Pelzer seit dem 26. Juni standesamtlich getraut sind. Das erfuhren wir aber erst einen Tag nach Magdeburg.

Bläserisch fiel die Sommerpause in unserem Chor aus. Vom 8. bis zum 12. Juli 1970 war eine Bläserrüste in Karwe. Marlies Franke, Marlies Kolbe, Klaus-Dieter Leinitz und Siegmund Pelzer nahmen daran teil. Norbert Wenske macht eine Bläserfahrt nach Polen mit Johannes Winter und Diakon Lindecke mit. Schon am 15. August gab es den nächsten Einsatz. Zusammen mit dem Gottberger Chor haben wir bei Pfarrer Neumann in Bechlin zum 8o. Geburtstag ein Ständ-chen gebracht. Diakon Lindecke nahm vom 22. bis 23. August Georg Kolbe und H.-Günther Kleer zu einer Wochenendbläserfahrt in den Kreis Schwedt mit.

Im September ging es zum Kirchentagstreffen nach Havelberg. Der Termin war der 5.09. Georg Kolbe nahm Norbert Wenske, H.-Günther Kleer und Helga Dahlke mit dorthin. Einen Tag später kamen Marlies Kolbe, Hartmut Pelzer und Hartmut Vogler nach. Da unsere Kasse fast leer ist und wir dringend neue Instrumente brauchen und auch einige überholt werden müssen, haben wir einen Beihilfeantrag an die Innere Mission gestellt, der auch bewilligt wurde. Ein Tenorhorn und zwei Trompeten gehen in die Generalreparatur, eine Zugposaune, zwei Trompeten und zwei Notenständer wurden neu gekauft. Johannes Winter hat uns diese neuen Instrumente besorgt. Bernd Semmrau wird im November zur NVA einberufen. Die nächste Hochzeit fand dann am 14. November statt. Helga und Meinhard Dahlke heirateten kirchlich. Johannes Winter übernahm die musikalische Leitung, er brachte auch Christa Becker mit, die die Orgel spielte. Christa Becker kannte Helga, die zwei haben sich bei einer Rüste in Friedrichsthal kennengelernt. Im Nu war die Weihnachtszeit da. Eine Adventsmusik hatten wir in Stöffin. Am 12. Dezember1,970 hatte die CDU ihre Weihnachtsfeier in Dabergotz. Georg Kolbe war Mitglied und wurde gefragt, ob wir die Weihnachtliche Umrahmung übernehmen könnten. Wir konnten. Auf 29 Einsätze brachten wir es 1970, zweimal in der Woche wurde geprobt.

Erwin Fischer ist nur noch selten dabei und seit September kommt auch Wilfried Lange nicht mehr, er geht jetzt zur Oberschule nach Neuruppin. Christel Kleer ist dabei, wenn es ihre Schicht im Krankenhaus erlaubt. Christel Vettin und Meinhard Dahlke sind eine gute Stütze bei vielen Einsätzen. Von den Anfängern sind fast noch alle dabei. Gerlinde Kujas, Heike Langmann, Uta Krause, Cornelia Zerahn, Jutta Schweimert, Siegmund Pelzer, Leo Lyzinski, und Klaus- Dieter Leinitz. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird es auch wieder eine Bläserrüste in Protzen geben, Johannes hat auch zugesagt. Diesmal begann die Rüste am 29. Dezember 1970 Hauptaugenmerk war die Anleitung unserer Anfänger, denn sie haben noch viel zu lernen. Es gibt viele Töne. Für manchen Bläseranfänger zu viele, wenn man bedenkt, daß er diese alle mühsam lernen und noch mühsamer erblasen muß. Von den Älteren kommen viele erst am Abend, da sie im Arbeitsverhältnis stehen und meist keinen Urlaub bekommen haben. Aus Radensleben kommen noch sechs Bläser dazu. Die Feierstunde am Silverstertag muß in der Kirche stattfinden, da Familie Schramm einen der zwei Gemeinderäume zur Wohnung umfunktioniert hat. Es ist sehr kalt, die Kohlen werden wieder knapp und Georg Kolbe schleppt sie in Eimern von zu Hause aus heran. Die Feierstunde in Protzen war nur mäßig besucht, aber das lag wohl an der Kälte, denn die Kirche kann nicht beheizt werden. Frau Kolbe und Frau Pelzer opferten auch diesmal ihre Zeit und verpflegten uns rund um die Uhr. Wir sind Johannes Winter sehr dankbar, daß er auch diesmal wieder seine Freizeit geopfert hat ,um mit uns zu üben. Es ist längst nicht mehr nur das Üben, sondern die Gemeinschaft der Bläser hat es uns angetan. Das Jahr 1971 beginnt, wie in all den anderen Jahren mit den Übungsstunden, die aber kurz gehalten werden, da die Kohlen knapp sind und der Raum schlecht warm wird. Christel Vettin ist von Januar bis Mai nun ständig unser Gast. Helga und Meinhard Dahlke ziehen nach Brandenburg. Günther Mrosek läßt sich ab und zu mal sehen, aber seine Arbeit läßt es oft nicht zu. Schließlich geht er ganz weg. Christel Kleer ist auch fast nicht mehr da, aber dafür läßt sich Horst Grashoff öfter mal sehen. Am 17. April heiratet Günther Mrosek. Die Hochzeit findet in Protzen statt, aber danach zieht er ganz weg in den Raum Jüterbog. Mitte April wird es wärmer und die Witterung läßt es zu wieder intensiev Bläser Proben durchzuführen. An Anfängern mangelt es gar nicht. Evelyn Kolbe, Cordula Paninka, Reinhard Pelzer, Gerd Prieß, Karin Schulz, Juditha Lewenhagen und Elke Schweimert gesellen sich zum Chor und üben fleißig mit. Von den zwölf angemeldeten Anfängern sind nur die Sieben geblieben. Wie in jedem Jahr beginnen im April die Konfirmationen in den umliegenden Dörfern und in Fehrbellin. Wir sind fast immer dabei. Roswitha Barsch, eine Dabergotzer Bläserin, und Burghard Grashoff heiraten am 22. April in Dabergotz. Der Protzener und der Gottberger Bläserchor, in dem Roswitha mitbläst, gestalten musikalisch den Traugottesdienst.

Damit verliert der Protzener Chor einen guten Bass, weil Burghard jetzt nach Dabergotz zieht und mehr im Gottberger Chor bläst. Im Juni, am 5. und 6., fanden die Posaunentage der Prignitz in Wittstock statt. Unser Bläserchor war mit 12 Leuten dort. Als nächstes war vom 2. bis zum 4. Juli Landesposaunentag in Potsdam, Berlin und Erkner. Der Abschluß war dann am 4. Juli in der Marienkirche in Berlin. Norbert Wenske, Klaus Dieter Leinitz, Siegmund Pelzer, Hartmut Vogler, Marlies Franke, Marlies und Georg Kolbe waren dort. Am 28. August heiratet Inge Grube. Da Georg Kolbe nicht da ist, übernimmt Norbert Wenske die Leitung. Norbert hat sich gut entwickelt, die Bläserei ist seine Leidenschaft, er geht förmlich darin auf. Georg fängt jetzt um 17.00 Uhr mit der Anfängerprobe an und um 18.00 Uhr bzw. 19.00 Uhr übernimmt Norbert die Fortgeschrittenenprobe. Zur Zeit sind wir nur wenige Bläser, denn die Anfänger und Schüler dürfen nicht bis um 20.00 Uhr bleiben. Circa 30 Bläser Einsätze hatten wir in diesem Jahr, aber natürlich mit den Geburtstagen der Bläser. Georg Kolbe schreibt: „Wir dürfen Dank Gott dem Herrn sagen, für alles was er an uns getan hat. Wir wollen versuchen weiterhin das Wort Gottes mit unseren Instrumenten zu verkünden.,,

Vor lauter Elan und Teamgeist wird zu schnell vergessen, dass wir einen ernst zu nehmenden Auftrag als Bläserchor haben, nämlich Gott zu loben das ist unser Amt.

Weihnachten rückt näher und die Jahresendrüste muß vorbereitet werden. Johannes Winter gehört wie unser Inventar dazu. Am 28. Dezember um 18.00 Uhr beginnen wir dann unsere Rüste. Johannes hat Peter und Michi mitgebracht. Ein Programm ist noch nicht aufgestellt. Diesmal hat Johannes neue Bläserliteratur mitgebracht. Wir gehen auch mit Eifer ans Werk. Die Tage sind für uns wieder eine große Bereicherung. Georg Kolbe war für die Anfängerprobe abge-stellt. Irmgard Kolbe und Frieda Pelzer hatten es sich nicht nehmen lassen auch diesmal wieder für das leibliche Wohl zu sorgen. Wie immer ist es zum Beginn des Jahres ziemlich ruhig.

Das Jahr 1972 ist da keine Ausnahme. Frau Kolbe heizt jeden Dienstag den Übungsraum, damit es auch am Abend zu den Übungsstunden warm ist. Leo Lyzinski ist zur Zeit sehr eifrig bei der Sache. Wenn Georg nicht pünktlich um 17.00 Uhr zur Probe da ist, fängt Leo mit den anderen schon an. Mit dem Ostermonat und dem Einsetzen des Frühlings beginnen die Bläsereinsätze wieder, auch das wiederholt sich Jahr für Jahr, denn dann beginnen allerorts die Konfirmationen. Georg Kolbe nimmt am 21./22. April erst einmal am Konvent der Kreisposaunenwarte teil. Jeden Sonntag waren wir jetzt im Einsatz. An einigen Sonntagen auch zweimal am Tag. Um mit dem Dabergotz/Gottberger Chor in Verbindung zu bleiben, haben wir ein Treffen mit den Chören am 28.06.1972 in der Lüchfelder Kirche arrangiert. Von den Dabergotzern und Gottbergern waren nur 5 Bläser gekommen. Wir waren zu zwölft dort. Vielleicht hätten wir auch einen Gottesdienst ansetzen sollen, aber so hat die Gemeinde bei geöffneter Kirchentür die Bläser sehr gut gehört. Pastor Müller war von seinen Bläsern etwas enttäuscht, da er mit mehr Teilnahme gerechnet hatte. Es sollten auch die alten Bläser wiedergewonnen werden, aber so richtig wollte es nicht klappen. Zur Konfirmation am 31.05. waren sämtliche „alte Bläser„ anwesend. Mit 21 Bläsern war der Platz auf der Empore schon etwas eng. Für den Posaunentag im Kloster Chorin konnte Georg keinen so recht begeistern, denn die Frage des Transports stand im Vordergrund.. Georg hatte Johannes Winter versprochen die ersten Tage der Bläserrüste in Karwe zu übernehmen. Diese Rüste begann dann am 1. Juli. Marona Schulz, Juditha Lewenhagen, Karin Schulz, Kordula Paninka und Evelin Kolbe waren dabei. Am 3. Juli übernahm Johannes Winter dann die Leitung der Rüste. Am letzten Tag, dem 5. Juli kamen dann noch Marlies Franke, Marlies Kolbe, Gerlinde Kujas, Klaus-Dieter Leinitz, Christian Sprengel und Siegmund Pelzer dazu.

Posaunengottesdienste in Karwe mit 52 Besuchern, in Wustrau mit 57 Besuchern, Fehrbellin mit 130 Besuchern, Lichtenberg mit 20 Besuchern, Dabergotz mit 63 Besuchern und Neuruppin mit 58 Besuchern folgten. Der Posaunengottesdienst am 9. Juli in Neuruppin war als Kreisposaunentag ausgeschrieben und mit dem Kreis-kirchenrat abgesprochen, aber es wurde wohl zu wenig Reklame gemacht, denn 58 Besucher in Neuruppin waren doch sehr wenig. Pastor Müller hatte sich noch sehr um diesen Tag gekümmert. Pfarrer Koll aus Rheinsberg bedauerte es sehr, dass dieser Tag nicht mehr gewürdigt wurde. Georg Kolbe haderte mit sich, ob er nicht seinen Jahresurlaub hätte verschieben müssen, um sich intensiver um den Kreisposaunentag kümmern zu können. Marlis Kolbe und Marlis Franke bekamen zu diesem Anlaß die silberne Trompete für 10-jährige Tätigkeit im Bläserchor. Am 17. September waren wir zur Kicheneinweihung nach der Renovierung in die Gemeinde Langen gefahren und haben dort geblasen. Zum Erntedankfest am 1. Oktober hatten wir in Langen und Protzen Einsätze. Mit dem Reformationstag gab es auch wieder neue Anfänger im Bläserchor. Gundula Wenske, Andrea Schulz, Patrizia Rietig, Sylvia Appel und Angela und Petra Thiele. Diesmal sind es alles Mädchen, mal sehen wer von denen übrig bleibt. Vom 10. Bis 12. November war Georg Kolbe zum Kreisposaunenwartkonvent in Berlin. Solche Treffen kratzten bei Georg immer das Ego an, er stellte danach stets sein Licht unter den Scheffel und meinte, er sei nicht gut genug als Chorleiter. Bei diesem Treffen lädt Georg den Landesposaunenpfarrer Manz zur Weihnachts-bläserrüste nach Protzen ein, er sagte dort auch zu. Zum Heilig Abend bliesen wir nur im Altersheim in Garz und zum Gottesdienst in Protzen.

Am 28. Dezember kam Johannes Winter wieder nach Protzen und leitete wie schon viele Jahre vorher die Bläserrüste. Landes-posaunenpfarrer Manz kam leider nicht. Georg hatte sämtliche ehemaligen Bläser auch dazu geladen. Gekommen sind nur Elfriede Appel, Inge Sturm, Herr Kaatz, Horst Grashoff und Bernd Semmrau. Es wird immer schwieriger die Rüste wie gewohnt durchzuführen. Georg fragt sich, ob es wohl an der Gleichgültigkeit der Beteiligten oder an der Gewohnheit liegt, dass sich so wenige aufraffen können. Johannes Winter jedenfalls zog wieder alle Register. Für alle Beteiligten waren es spannende Tage. Chorale Vorspiele, Jungtim Sätze und Doppelchörige Werke wurden einstudiert. Johannes hatte diesmal 4 Barockinstrumente dabei. Diese wurden von Marlies Franke, Marlies Kolbe, Meinhard Dahlke und Norbert Wenske geblasen. Johannes Winter hat dem Chor wieder einen starken Auftrieb gegeben, zumal die Bläser nach dieser Freizeit mehr denn je wissen, wozu sie doch noch fähig sind. Zum Silvesterabschluß-konzert haben wir inzwischen auch schon unser Stammpublikum. Wer arbeitet muß auch Essen und dazu haben auch in diesem Jahr wieder Frau Kolbe und Frau Pelzer einiges beigetragen. Sie sind inzwischen zu guten Geistern des Chores geworden und werkeln ganz im Hintergrund.

Mein Geist soll unter euch bleiben; fürchtet euch nicht!„ Mit dieser Jahreslosung geht es ins Jahr 1973. Von den Anfängern sind Sylvia und Astrid Appel, Gundula Wenske, Andrea Schulz, Andreas Leinitz und Patrizia Rietig fast immer da. Vom 28. Februar bis zum 4. März waren Juditha Lewenhagen und Evelin Kolbe zur Rüste in Karwe. Johannes hatte erst abgesagt, dann aber 12 Stunden vor Beginn doch telegraphisch zugesagt, so waren andere verreist und konnten nicht teilnehmen. Zur Zeit wird besonders an den Sätzen zum Landes-posaunentag in Brandenburg vom 11. Bis 13. Mai gearbeitet. Schade ist, dss Norbert Wenske in der Woche nicht mehr an den Übungsabenden dabei sein kann.

So kommen die Konfirmationen in den Orten Protzen, Hakenberg, Fehrbellin, Linum, Walchow und dazwischen der Landesposaunentag in Brandenburg. Georg Kolbe charterte einen B 1000 und nahm seinen Wagen noch mit, so konnten doch einige mit dorthin fahren. Marlies Kolbe, Marlies Franke, Jutta Schweimert, Hartmut Vogler, Siegmund Pelzer, K.-Dieter Leinitz, Leo Lyzinski und Norbert Wenske kamen mit. Über 900 Bläser waren dort versammelt. Natürlich fehlte der Protzener Chor auch nicht in der Ausstellung, auch wir waren mit einem Bild vertreten, wenn auch etwas veraltet. Diese Tage haben den Zusammenhalt des Chores gefestigt und gezeigt; wir sind nicht allein, es gibt noch sehr viel Gleichgesinnte. Leider ist es schwer, die ehemaligen Bläser für die Übungsabende und das Gottesdienstblasen zu gewinnen. Am 1. September heiratet Norbert Wenske.

Johannes Winter übernimmt die musikalische Leitung dieser Hochzeit, ein Garant für Qualität. Der Protzener Bläserchor schrumpft auch weiter zusammen, H.-Günter Kleer wird zur Armee einberufen. Gerade in den Unterstimmen fehlt er sehr, dafür probt Norbert Wenske wieder mit, weil er mit seiner Frau in Protzen wohnt. Es macht wieder mehr Spaß, da wir im kleinen Chor doch höherwertige Dinge blasen können. Bis zu 10 Anfänger kommen teilweise zu den Übungsstunden, was erfreulich ist. 1974 soll es wieder einen Kreis-posaunentag geben, diesmal in Rheinsberg. Am 1. Dezember waren wir zum Advents- und Weihnachtsblasen in der Nikolaikirche in Potsdam. Johannes Winter leitete den großen Chor und Barbara Barsch den kleinen auf der Empore. Es ist Dezember und es ist zur Tradition geworden, das Jahr wieder mit einer Bläserrüste zu beenden. Ein Beweis von Freundschaft, denn Johannes Winter fehlt auch diesmal nicht. Längst sind wir zusammengewachsen. Diesmal wurden drei Gottesdienste in Karwe, Manker und Protzen geblasen. Beim Abschlußgottesdienst in Protzen erhielten Hartmut Pelzer und Hartmut Vogler das Bläserzeichen in Silber für 10-jährige Treue. Frieda Pelzer und Irmgard Kolbe schwangen auch diesmal wieder die Kaffeekannen und Tortenheber, ihnen sei ganz herzlich dafür gedankt, dass sie auch die 14. Rüste mit gestalteten. Zu erwähnen ist noch, dass am 28. Dezember eine Chorleiterbesprechung zwecks Kreisposaunen-tag, der im nächsten Jahr stattfinden soll, war.

Herr Binner, Herr Golling und Pfarrer Przybilki waren mit dabei, Pfarrer Müller aus Gottberg fehlte. Herr Binner wollte alles vorbereiten und Georg Kolbe wird ihn unterstützen.

Wir haben inzwischen den Januar 1974. Es sieht nicht gut aus im Chorgefüge. Die Bläserrüste zum Jahresausklang hat alles etwas schön gefärbt. Uns fehlen Unterstimmen, es mangelt aber auch an sauberen ersten Stimmen. Es kommt immer öfter vor, dass Auftritte abgesagt werden müssen. Marlies Franke und Hartmut Vogler sind die einzigen Stützen, auch Gerlinde Kujas ist gut, aber ihr fehlt mehr Übung. Da Klaus Dieter Leinitz fast immer fehlt, muß Georg immer öfter im Tenor einspringen. Theo Pelzer im Baß ist zu den Übungsstunden auch nie da, dadurch fehlt ihm auch die Übung und wir können im kleinen Chor nicht mehr so gut blasen. Das bestätigt nur, daß wir uns mehr mit dem Nachwuchs beschäftigen müssen. Geblieben sind von den Anfängern nur Astrid und Syvia Appel, Gundula Wenske und Andreas Leinitz. Andrea Schulz kommt nur noch ab und zu zum Üben. In diesem Jahr waren die Einsätze nicht so zahlreich. Am 12. Mai sollten wir in Hakenberg und Linum blasen, aber da Siegmund Pelzer Konfirmation hatte, konnte die ganze Familie nicht und wir mußten absagen und haben nur in Protzen gespielt. Zur Konfirmation in Fehrbellin, am 26. Mai, war die Besetzung des Chores wieder sehr gut, denn Burghard Grasshoff war auch dabei. Die Teilnehmer der Karwer Rüste waren auch beim Kreis-posaunenfest in Rheinsberg dabei. Chöre aus Wittstock, Dabergotz/ Gottberg, Zehdenick, Neuruppin und Dreibrück beteiligten sich daran. Aus Linow kam auch Herr Fürst. Leider hatte Herr Kirchenmusikdirektor Binner nicht alles so gut vorbereitet, wie es erwartet wurde. Pfarrer Koll aus Rheinsberg hat sich sehr engagiert. Insgesamt waren es am Ende doch etwa 60 Bläser. Etwa 14 Tage später, am 27. Juli feierte Bernd Semmrau Hochzeit in Fehrbellin und der Bläserchor übernahm die musikalische Leitung. Da die Unterstimmen besonders im Baß nicht ausreichen, ist Georg Kolbe froh, als Burghard Grashoff wieder aushalf. Nach der kurzen Sommerpause begann am 29. September der Havelländische Po-saunentag in Zehdenick, auf dem auch die Protzener Bläser vertreten waren. Die nächste Hochzeit eines Bläsers fand am 12. Oktober 1974 statt. Hans-Günther Kleer, zur Zeit noch bei der Volksarmee, heiratete. Ehrensache, dass wir auch hier wieder die musikalische Umrahmung übernahmen. Marlies Kolbe und Marlies Franke waren an den Wochenenden mit Johannes Winter bläserisch unterwegs. Zur Advents- und Weihnachtsmusik am 30. 11. in Potsdam sind wir mit 3 Bläsern gewesen. Am 1. Advent fuhren wir Bläser mit Vikar Harder, der in der Kirchengemeinde Manker eine Pfarrstelle hat, nach Pfalzheim und Katerbow und haben ihn dort begleitet. Er ist ein sehr guter Bläser und kommt zu allen unseren Chorstunden. Georg Kolbe war am 4. Advent mit dem Sachsenhausener Chor nach Pasewalk unterwegs. Heilig Abend hatten wir drei Einsätze, in Protzen, Stöffin und Manker. Durch den Vikar Harder sind wir in den Unterstimmen wieder gut besetzt. Am 28.12. beginnt die 15. Bläserrüste hier in Protzen. Georg Kolbe schreibt später in die Bläserchronik, dass es ihm doch manchmal schwer fällt die ganzen Vorbereitungen zu treffen, denn der Haushalt zu Hause muß auch nebenher versorgt werden. Seine Frau und Frau Pelzer betreuen die Bläser mit leiblichen Genüssen. Beide haben noch eine alte Mutter zu Hause, die auch ihre Ansprechpartner braucht, dazu noch der Hof mit dem Vieh. Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie das Abendessen werden für alle Bläser von den Beiden selbst gekocht und serviert; dazu noch der Abwasch. Jeden Tag müssen die Räume schon früh geheizt werden, damit zu Probenbeginn alles warm ist. Der Aufwand ist enorm. Schließlich wird man älter, aber unserm Herrn und Heiland ist auch nichts zu viel. Es gibt aber immer noch einige dem Chor sehr verbundene Bläserinnen und Bläser, die all die Mühe vergessen lassen. Sie kommen meist nur wegen der Rüste ganz gern am Jahresende nach Protzen und das wiegt alles wieder auf. Es ist für sie meist auch nicht einfach dafür Urlaub zu bekommen.

Georg Kolbe freut sich immer wieder auf Christel und Reinhard Vettin, Helga und Meinhard Dahlke, nicht zu vergessen auch auf Norbert Wenske, Hartmut Vogler ist zur Zeit bei der Nationalen Volksarmee, hat uns aber einen Gruß geschickt. Grüße bekamen wir auch von Schwester Ottilie, Mitbegründerin des Chores, die immer noch oft an uns denkt. Johannes Winter kam am 28. Dezember, verschaffte sich erst einen Überblick und legte dann voll los. Er brachte Bärbel Barsch aus Zehdenick mit. Georg Kolbe hatte Johannes Winter um eine Unterstimme gebeten, da im Bläserchor noch immer Unterstimmenmangel herrscht, ob Vikar Harder mit dabeisein wird, war vorher noch nicht klar. Er hat sich aus dem Protzener Bläserchor eine Zugposaune ausgeliehen. Wir sind froh ihn in unserem Chor zu haben. Zur 15. Jahresendrüste hatten wir zum 2. Mal den Posaunenpfarrer Manz eingeladen und dazu den Landes-posaunenwart Remter, der vor 15 Jahren die erste Rüste in Protzen geleitet hatte. Herr Remter kam, aber Posaunenpfarrer Manz fehlte wegen einer Erkrankung. Landesposaunenwart Remter war sichtlich angetan von der 15-jährigen Entwicklung des Chores. Am 30. Dezember ließ er es sich nicht nehmen noch einmal bis zum Mittag mit dem Chor zu proben. Auch für uns war es ein Erlebnis und einige wähnten sich ins Jahr 1960 zurück versetzt. Unser Dank geht an Johannes, der auch wieder in diesem Jahr seinen Jahresurlaub zurückstellte, um mit uns zu pauken, nicht vergessen werden dürfen Frau Kolbe und Frau Pelzer, die in diesen Tagen bei der Verpflegung vollen Einsatz zeigten. Dadurch konnte auch die Rüste ein voller Erfolg werden; gestärkt und voller Elan für das nächste Jahr.

,,Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt?,, Röm. 2, Vers 4. Mit dieser Jahreslosung geht es ins Jahr 1975. Georg Kolbe fällt es nicht leicht, nach schlecht besuchten Chorstunden und Mißerfolgen weiter zu machen. Das Desinteresse scheint ihm augenblicklich zu groß zu sein und er stellt seine Arbeit in Frage. Die Übungsstunde kann beginnen, wenn der erste Bläser kommt und endet, wenn der letzte Bläser geht. Zwischendurch werden Erinne-rungen aufgefrischt. Von ganz besonderer Bedeutung sind die von manchen Bläsern hinzu komponierten Töne und interessant ist dann häufig der Streit um den sogenannten Sieger, dass heißt um denjenigen, der mit dem Stück zuerst fertig ist. Sollte der Chorleiter es wagen Bemerkungen zu machen, übertönt man ihn zweckmäßig mit einer solistischen Einlage. Die ersten Wochen und Monate vergehen mit den zumeist so ablaufenden Übungsstunden. Zum ersten Mal seit längerer Zeit fährt keiner zur Februarrüste nach Karwe. Kaum einer hat Lust etwas zu unternehmen. Ende Januar ist wenigstens für Andreas Leinitz der Winterschlaf beendet und er bekommt Lust aufs Blasen. Fast jeden Abend geht er zu Georg Kolbe und übt dort mit ihm. Georg macht das wieder Mut. Bis in den April hinein gehen die Privatstunden. Inzwischen kann Andreas im Bass sehr gut die Choräle blasen. Uta Krause und Cornelia Zerahn verlassen den Chor. Jutta Schweimert ist auch nur noch selten anwesend. Trotz mehrmaligem Ansprechen kommt K.-D. Leinitz auch nicht mehr. In der Zwischen-zeit ist H.-G. Kleer von der Nationalen Volksarmee entlassen, kommt aber nicht zurück, sondern zieht mit seiner Frau nach Potsdam - Babelsberg. Ab und zu kommt Norbert Wenske als Gastbläser in den Chor, er scheint den Anschluß in Berlin leider nicht zu finden oder will er ihn nicht finden? Trotz Alledem wird zu den Konfirmationen in Protzen, Hakenberg und Fehrbellin geblasen. Kleinere Einsätze gab es zu Gemeindetagen und in Garz. Georg versucht es im Juni noch einmal mit Anfängern. Peter Paninka, Andreas Schramm, Tilo Hauck, Dietmar Appel und Andrea Hauck wollen das Blasen erlernen, doch die Jungen verlieren schnell das Interesse. Vielleicht sollten sie es etwas später noch einmal probieren. Mitte Juni wurden wir von der Kreisposaunenwartin Frl. Bartels aus Bad Wilsnak angeschrieben. Sie wollte uns mit ihrem Chor besuchen, was wir begrüßten. Am 12. Juli waren 13 Bläserinnen und Bläser aus Bad Wilsnak unsere Gäste. Nachmittags gab es eine gemeinsame Probe und am Abend im Pfarrgarten einen Posaunengottesdienst. Danach saßen wir noch lange gemütlich zusammen. Inzwischen ist es Ferien- und Urlaubszeit. Marlies Kolbe und Marlies Franke sind mit Johannes Winter wieder auf Wochenendfahrten. Zum Ende der Ferien kommt Patrizia Rietig zu den Anfängern und macht in kurzer Zeit gute Fortschritte. Am 16. 09. 1975 hatten Theo und Frieda Pelzer Silberhochzeit. Da Theo ein Bläser von uns ist und Frieda Pelzer stets in den Bläserrüsten fürs leibliche Wohl sorgte, waren wir gerne dabei. Pastor Müller aus Gottberg unterstützte uns dabei. Traditionsgemäß gab es auch 1975 wieder eine Bläserrüste, allerdings um eine Tag gekürzt. Als Gäste waren Gudrun und Bärbel Barsch aus Zehdenick, Astrid aus Leegebruch und Petra aus Oranienburg/Sachsenhausen dabei. Johannes Winter konnte uns auch in diesem Jahr wieder voll begeistern. Norbert Wenske hat wohl nun in Berlin Anschluß gefunden und bläst ganz aktiv mit. Erfreulich ist auch, daß H.-G. Kleer nun in Potsdam - Babelsberg Anschluß an einen Chor gefunden hat. Wir bereiten schon für 1976 den 25. Jahrestag des Bläserchores vor. Der 11. Vers vom Psalm 86 scheint mir für den Chor wegweisend ins Jahr 1976. Die Rüste zwischen Weihnachten und Neujahr hat unsere Anfänger motiviert, plötzlich wollten alle zehn zur Februarrüste nach Vietmannsdorf fahren. Dort war aber schon alles ausgebucht. Patricia Rietig und Astrid Appel fuhren dann nach Wittenberge. Georg Kolbe fängt an seine Wohnung auszubauen, dadurch fällt es ihm zeitlich nicht leicht weiterhin mit vollem Elan im Chor zu arbeiten. Seine Tochter Evelin hatte auch Konfirmation und dadurch mußte auch noch die Familienfeier vorbereitet werden. Im Mai waren wir trotzdem jeden Sonntag zu den Konfirmationen unterwegs.

Auch ein Einsatz in Alt Ruppin stand auf dem Plan, der Sternritt der Pferdesportler. Dort traten wir gemeinsam mit dem Neuruppiner Bläserchor unter Kirchenmusikdirektor Binner auf. Trotz des Ausbaus der Wohnung hat Georg Kolbe die Übungsstunden durchgezogen. Die Vorbereitungen zum 25. Jubiläum des Protzener Bläserchores sind in vollem Gange. Das Motto wird sein „Erhalt uns Herr bei deinem Wort„. Am Sonnabend um 15 Uhr war Hauptprobe und um 18 Uhr dann der Festgottesdienst. 38 Bläser haben den Festgottesdienst mit gestaltet. Drei Bläser kamen aus Neuruppin, drei aus Zehdenick, einer aus Brandenburg, fünf aus Dreibrück, drei aus Hohenneuendorf, einer aus Gottberg, zwei aus Neuholland, zwei aus Sachsenhausen und 18 Bläser aus Protzen. Die Predigt hielt Landesposaunenpfarrer Briese-meister, der zur Freude aller gekommen war. Die musikalische Leitung hatte Landesposaunenwart Johannes Winter. Superintendent Esselbach überbrachte die Grußworte des Kirchenkreises Ruppin. Da der Festgottesdienst im Pfarrgarten bei herrlichem Sonnenwetter stattfand, trug der Wind die Töne bis an den Rand des Dorfes und erreichte vielleicht die Menschen, die zu Hause geblieben sind. Am Sonntag wurden dann auch noch die Gemeinden Wustrau und Langen mit Posaunengottesdiensten erfreut. Sicherlich war es für die Bläser sehr anstrengend aber Freude und Spaß an der Sache überdeckten die Strapazen. In der Urlaubszeit sind Marlies Franke und Marlies Kolbe wieder mit Johannes Winter unterwegs zu Wochenendfahrten mit den Bläsern. Im Juni beginnt Georg Kolbe mit dem Anfängerblasen. Peter Paninka, Andreas Schramm, Thilo Hauck, Dietmar Appel sind die Ersten. Im Herbst kommen dann Andrea Hauck und Patricia Riettig dazu. Sie machen in der kurzen Zeit sehr gute Fortschritte. Am 16.09. haben Frieda und Theo Pelzer Silberhochzeit, zu der wir auch blasen, Pastor Müller hat uns dabei unterstützt. Von den Anfängern haben die Jungen wieder aufgehört. Vielleicht kann man da im nächsten Jahr noch mal was anfangen. Am 29.12. begann dann traditionsgemäß wieder die Bläserrüste. Zu den Gästen zählten Gudrun und Barbara Barsch aus Zehdenick, Astrid aus Legebruch und Petra aus Sachsenhausen/Oranienburg. Frieda Pelzer und Irmgard Kolbe haben wieder für das leibliche Wohl gesorgt. Bläserisch sind wir für das Jahr 1976 ganz gut gerüstet. Die Bläserfreizeit hilft uns enorm in der tristen Jahreszeit Kraft zu tanken. Die Jahreslosung „Weise mir Herr deinen Weg„ Psalm 86, Vers 11, paßt sehr gut zum neuen Jahresanfang. Im Mai waren wir an jedem Wochenende mit dem Bläserchor unterwegs. Wie immer ging es um die Konfirmationen, die in diesem Monat stattfinden. Die Vorbereitungen zum 25. Jahrestag des Protzener Chores am 3. Juli, stehen im vollen Gange. Dieser Tag wird unter das Motto „Erhalt und Herr bei deinem Wort„ stehen. Die Proben begannen schon am Donnerstag vor dem Festgottesdienst. Am Sonnabend um 15.oo Uhr war die Hauptprobe und der Festgottes-dienst war dann um 18.00 Uhr in der Protzener Dorfkirche. Am 5.August hat Jutta Schweimert, jetzt König, geheiratet. Auch nach diesem anstrengenden Tagen ging es wieder zur Sache. Es waren noch einige Einsätze bis zum Weihnachtsfest zu absolvieren. Auch in diesem Jahr gab es wieder eine Bläserfreizeit unter Leitung von Johannes Winter. Frau Kolbe, Frau Pelzer und auch Frau Schweimert waren dabei und haben das leibliche Wohl vorbereitet. Für alle Teilnehmer dieser Bläserrüste war es ein Auftrieb und eine Stärkung fürs kommende Jahr. Der erste Einsatz 1977 war am 9. Januar zur Ordination von Pfarrer Harder aus Manker, der jetzt auch immer bei uns mit bläst und uns tatkräftig unterstützt. Kordula Paninka, Reinhard Pelzer und Evelin Kolbe waren im Februar zur Rüste in Friesack. Am 16. April fuhren Georg Kolbe; Marlies Franke, Marlies Kolbe, Reinhard Pelzer und H. Leinitz zu den Bläsertagen nach Dreibrück. Vom 3. bis 20. August ging es mit den Sachsenhausenern unter Leitung von Lindecke per Fahrrad zur Bläserfahrt. Gundula Wenske, Sylvia Appel, Reinhard Pelzer, und Andreas Leinitz waren mit von der Partie. Marlies Franke und Marlies Kolbe waren mit dem Landesposaunenwart Johannes Winter auf eine Rüste in Ungarn. Inzwischen ist es auch schon Dezember geworden. Die Advents- und Weihnachtsmusik in Kyritz am 10. Dezember stand auf dem Programm unter Leitung von Landesposaunenwartin Barbara Barsch. Schon wieder ist es Zeit für die Bläserrüste zwischen Weihnachten und Neujahr. Auch in diesem Jahr hatten wir wieder Hilfe von Pfarrer Harder, der selbst mit blies. Frieda Pelzer kann in diesem Jahr nicht so richtig mithelfen, da sie im Arbeitsverhältnis steht. In der Neujahrs-nacht haben Christel Vettin, Marlies Franke, Marlies Kolbe, Reinhard Vettin, Georg Kolbe und Theo Pelzer auf dem Turm das Neue Jahr mit einem Ständchen begrüßt. Die silberne Trompete haben Gerlinde Kujas und Heike Langmann erhalten. Mit der Jahreslosung „Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr mich finden„ werden wir unseren Weg ins neue Jahr 1978 ganz sicher auch finden. Hans-Günther Kleer und Norbert Wenske lassen sich ganz oft wieder sehen. Mit dem Nachwuchsbläsern klappt es nicht so ganz, denn niemand will das Blasen erlernen. Am 29. Januar wurde Pfarrer Harder ins Amt eingeführt und am 6. April war die Silberhochzeit von Erika und Wilhelm Schweimert. Die nächsten Einsätze waren Konfirmationen in den Gemeinden. Danach 130 Jahre ev. Kindergarten Radensleben. Dann waren noch Gemeindetage in Protzen und Manker. Im Nu war der Sommer vorbei und am 2. Oktober war 50-jähriges Jubiläum im Feierabendheim in Garz. Am 15. Oktober war Tag der Diakonie in Neuruppin. Von den Neuruppiner Bläsern kamen recht wenig, nur zwei. Eigentlich gab es schon immer Schwierigkeiten mit den Neuruppiner Bläsern, warum konnte nie geklärt werden. Am 2. Dez. war wieder Adventsblasen in Potsdam und Berlin, auch von unseren Bläsern waren einige dabei. Am 10. Dez. dann ein Gottesdienst in Dreibrück. Zur CDU-Weihnachtsfeier sind wir dann am 15. Dez. in Dabergotz eingeladen worden. Heilig Abend wurde in zwei Gemein-den, Protzen und Manker, geblasen. Die Bläserrüste zwischen Weihnachten und Neujahr fand auch in diesem Jahr statt. Auch diesmal wurde die Verpflegung wieder von Frau Kolbe, Frau Pelzer und Siegmund Pelzers Freundin Heidi übernommen. In diesem Jahr war aber doch etwas anders. Zum erstenmal hatten wir Schwierigkeiten mit den niedrigen Temperaturen -14 Grad und Schneetreiben. Der Gottesdienst in Stöffin konnte nicht mehr stattfinden auch in Manker nicht. Johannes Winter mußte sich warme Kleidung besorgen und trat den Heimweg an, der auch mit Ach und Krach gelang. Zu Silvester gab es auch dann Stromabschaltungen. Mit dem Neujahrsblasen auf dem Turm wurde es auch nichts. Im November haben Frau Linzner, Eva und Doris Linke, Judith Pehl und Jürgen Schneider das Blasen aufgenommen. Inzwischen ist das neue Jahr da. 1979, das unter dem Motto stand „Gott schuf den Mensch zu seinem Bilde„ Die Einsatzfreude der Bläser ist gesunken, oftmals sind nur wenige an den Übungsstunden da. Einsätze gibt es auch nicht so viele. Konfirmationen sind unser erstes Bläserziel, dann die Hoch-zeit von Siegmund und Heidi Pelzer. Siegmund Pelzer und Hartmut Vogler haben sich ganz abgesetzt, auch Theo Pelzer ist ein seltener Gast geworden. Andreas Leinitz lernt außerhalb und ist deshalb nur an den Wochenenden hier. Karin Schulz und Heike Langmann sind durch die Schichtarbeit oft verhindert und nicht ansprechbar.

Eine große Stütze im Chor sind nach wie vor noch Marlies Franke, Gundula Wenske, Silvia Appel und Evelin Kolbe. Reinhard Pelzer fehlt auch oft. Leo Lyzinski ist von der NVA zurück und beginnt wieder mit zu blasen.

Am 28. Dez. beginnt wieder traditionell die Bläserrüste in Protzen. Gäste waren: Christel, Dirk und Reinhard Vettin, Detlef Maas, Frank Völkel, Cornelia Höppner, Uta Winter und Kerstin Janke. Auch in diesem Jahr waren Frau Kolbe und Frau Pelzer wieder mit ihren Kochkünsten dabei. Nicht zu vergessen Johannes Winter, der seit Jahren schon keinen Weihnachtsurlaub mehr kennt. Auf ins neue Jahr 1980. Jahreslosung: Gott will, daß allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1. Tim. 2, 4. Es kann gar nicht anders sein, nach dem Winterschlaf geht es wieder mit den Konfirmationen los. Von überall kommen Anfragen, aber dazu reicht die Zeit nicht. Am 8. Juni war Kreiskirchentag. Georg Kolbe hat alle Bläser angeschrieben . Es waren Teilnehmer aus Lindow, Neuruppin, Dabergotz und auch einige Einzel Kämpfer dabei. Als nächstes bereiten wir uns auf die Dresdener Bläsertage vor. Von den Anfängern sind nur wenige geblieben, es ist schwer immer wieder Neue auszubilden, von denen dann nur ganz Wenige bleiben. Auch bei den Fortgeschrittenen gibt es Veränderungen. Theo Pelzer hat Schwierigkeiten mit seinen Zähnen und Gundula Wenske und Silvia Appel gehen in die Lehre und sind auch nicht mehr oft dabei. Aber das ist in den Laienchören ständig so. Am 6. September gab es wieder eine Bläserhochzeit. Reinhard Vettin und Mäcki haben uns unter-stützt. Die Trauung fand in Neuruppin in der Klosterkirche statt. Schon am 26. September gab es die nächste Bläserhochzeit von Wilfried und Doris Lange, die aber wegen der Renovierung unserer Kirche in Manker stattfand. Ansonsten gab es keine größeren Einsätze mehr. Die Bläserrüste beendete dann das arbeitsreiche Jahr. Johannes hatte auch diesmal zugesagt. Inzwischen gehört diese Rüste einfach zum Jahresausklang dazu. Vergesset nicht Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen. Mit diesen Worten gehen wir ins Jahr 1981 Am 10. Januar heiratete Marlies Franke den Andreas Kühn in der Klosterkirche in Neuruppin. Wie bei allen anderen Bläserhochzeiten, waren wir auch hier dabei. Carmen Lezynski und Sabine Müller machen als Anfänger gute Fortschritte. Jürgen Schneider und Dietmar Appel haben neu angefangen. Axel Schulz, Mario Aulich und Michael Schneider kommen noch hinzu. Marlies Kühn ehemals Franke verläßt den Chor, dadurch fehlt uns eine gute Stimme. Die Konfirmationen stehen wieder im Vordergrund. Ansonsten gab es keine besonderen Höhepunkte in diesem Jahr. Roswitha und Burghard Grashoff haben wir zur Rosenhochzeit überrascht. Ansonsten fand wie schon in den letzten Jahren die Bläserrüste statt. Auch hier haben Frau Kolbe und Frau Pelzer uns wieder tatkräftig verpflegt. Unermüdlich ist auch Johannes wieder dabei. Wie schon seit Jahren gibt es auch in diesem Jahr keinen Weihnachtsurlaub für ihn. ,,Verlaßt Euch stets auf den Herrn, denn Gott der Herr ist ein ewiger Fels.,, Jes. 26, Vers 4. In Fehrbellin und Protzen gehen die Übungsstunden weiter. Bläser-nachwuchs gibt es z. Zt. in Fehrbellin, in Protzen aber noch nicht. Der Jahresabschlußgottesdienst wurde schon in der Kirche abgehalten, die noch nicht ganz fertig war. Wir haben uns aber vorgenommen mit der Kirchweih nach der Renovierung einen Posaunentag in unserer Kirche abzuhalten. Das wäre auch der 31. Geburtstag des Protzener Posaunenchores. Die Wochen ziehen ins Land und wir bereiten diesen Tag so gut wir können vor. Eingeladen werden soll auch der Bischof Dr. Forck. Als Termin wurde der 3. Juli als Kreisposaunentag festgesetzt. Aber vorher haben wir erst noch die Konfirmationen vor uns und viel Arbeit mit den Fehrbelliner Anfängern. Unsere Partnergemeinde hat kein Einreisevisum bekommen. Unsere Vor-bereitungen haben sich gelohnt, es waren 53 Bläser gekommen. Wir konnten die goldene Trompete an Helga Dahlke, Reinhard Vettin, Burghard Grashoff und Detlef Maas verleihen. Die silberne haben Silvia Appel, Gundula Wenske, Evelin Kolbe, Karin Schulz und Reinhard Pelzer bekommen. Nach dem Gottesdienst wurde mit allen Gästen gegrillt und gefeiert. Schwester Ottilie war natürlich unser Ehrengast. Den Erfolg dieses Festes konnte ganz Protzen miterleben, denn 55 Autos standen links und rechts der Straße vor der Kirche.

Über 1 Jahr sind keine Eintragungen ins Chronikbuch erfolgt. Unsere Lissy hat einfach ein wenig mehr Zeit gebraucht, denn was lange währt wird endlich gut. Wir haben inzwischen Januar 1982. Anfänger gibt es jetzt auch wieder. Sabine Müller, Mario Aulich, Carmen Lezynzki, Axel Schulz, Michael Schneider und Christoph Harder. Für Georg Kolbe ist das eine Menge Arbeit, denn um 17.00 Uhr beginnen die Anfänger und um 21.00 Uhr hören die Fortgeschrittenen auf. 3 Jahre existiert schon der Fehrbelliner Chor, den er auch noch betreut.

Uta Seehaus, Stephan Seehaus, Susanne Seehaus, Annett Döhring, Doreen Staake und Matthias Staake gehören auch dazu. Jeden Montag übt Georg auch noch mit Matthias Trippke, Marcell Müller und Friedhelm Ehrenburg. Georg ist unheimlich stolz auf seine Anfänger und geht total darin auf. Auch gab es wieder die Jahresendrüste. 26 Teilnehmer waren dabei, 1982 waren es sogar 27. Wie immer lief alles mit Landesposaunenwart Johannes Winter in seinen gewohnten Bahnen. Für Georg eine Bestätigung, daß er auf dem rechten Weg ist, eine Belohnung für alle seine Mühen.

Zu seinem 31. Bläserjubiläum hatten die Bläser gesammelt und Georg bekam eine Präsentkorb überreicht. Auch Johannes wurde nicht vergessen und die Bläser honorierten seine Mühen mit einem Leuchter und einem Präsentkorb. 1983 gab es noch einen Höhepunkt im Jahresabschlußgottesdienst. 2 Frauen, die seit 24 Jahren still und fast im Verborgenen ihren Dienst bei der Jahresrüste verrichteten, wurden mit der Bläsernadel geehrt. Frau Kolbe und Frau Pelzer, die stets für den reich gedeckten Tisch gesorgt haben, wurden von den Bläsern geehrt. Schon seit einem halben Jahr üben einige Bläser in einem Quartett. Reinhard Pelzer, Marlies Kolbe, Georg Kolbe und Pfarrer Harder sind voll dabei. Leider kommt es zu keinem gemeinsamen Auftritt.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 1984 und das erste Vierteljahr steht noch immer, wie in jedem Jahr, unter dem Eindruck der Bläserrüste vom vergangenen Jahr. Pfarrer Harder verläßt im Laufe des Jahres die Pfarrstelle Manker/Protzen. Joachim Harder war selbst ein guter Bläser und so war es für uns schon ein Verlust, den wir bläserisch verkraften müssen. Aber die Zeit fordert ihren Tribut und so geht es weiter in der Bläserarbeit mit den Einsätzen zu Bläsergeburtstagen, Konfirmationen, einer Glockenweihe in Netzeband und der Abschied von Pfarrer Harder. Zum hundertsten Geburtstag des ev. Kindergartens in Fehrbellin mußten wir uns an Malte Krüger wenden, denn uns fehlten Bläser, um diesen Einsatz durchzuführen. Am 6. Juli waren wir zum Polterabend bei Detlef Maas (Mäcki) in Sachsenhausen. Am 29. September heiratet Karin Schulz, eine unserer ehemaligen Bläserinnen.

Zu den Gottesdiensten an Ostern und Pfingsten wird natürlich auch geblasen. Dann stoßen auch ehemalige Bläser, wie Norbert, Marlies, Gundula, Helga dazu und am Erntedanksonntag waren sogar Jutta König, Gerlinde Lange und Burghard Grashoff mit dabei. Der Totensonntag und die Adventsaltenfeier standen auch auf unserem Programm. Vier Einsätze am Heiligen Abend, das ist wirklich etwas viel. Fehrbellin, Protzen, Lentzke und Manker; damit haben wir uns einen vollen Gabentisch verdient. Dann ist Rüstzeit, wie jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr, aber diesmal ein Jubiläum. Zum 25. Mal findet sie jetzt schon statt, davon ist Johannes Winter schon 22 Jahre dabei. Zu Gast waren Pfarrer Harder, Tobias Winter, Cornelia Höppner, Helga Dahlke, Gundula, Marlies und Norbert. Aus Neuruppin sind das erstemal Herr Golling und Herr Stamm mit dabei. Wie schnell doch so ein Jahr vorbei geht. Für 1985 haben wir uns ja musikalisch gestärkt und sind gut gerüstet. Im Februar gibt es gleich zwei Geburtstage, Gundula Wenske und Helga Dahlke, die gerade im Ort ist. Mit dem Fehrbelliner Chor blasen wir erstmalig in der Osterzeit zusammen. Susanne Seehaus möchte unbedingt Zugposaune lernen. Ökumenisch geht’s auch schon weiter, ein Einsatz gab es im katholischen Altersheim und die Neuruppiner Adventistengemeinde war in Protzen zu Gast. Als nächstes gab es einen Posaunen-gottesdienst in Neuruppin. Zu erwähnen ist noch, dass Frau Trodler unser Pfarramt im August übernommen hat. Wir haben auch wieder neue Anfänger in unserem Chor, Matthias Grube, Bärbel Wiese, Kai- Uwe Wiegand.

Sven Bergenroth übt sehr fleißig, aber er bläst sehr viel auswendig und es ist schwierig ihm die Noten vorzulegen. Da er in Stöffin wohnt, kommt er auch nicht regelmäßig. Doreen Reißdorf möchte auch das Blasen erlernen, nur sie kann noch keine Noten. In diesem Jahr hat Frau Kolbe eine Menge Hilfe bei der Rüste zwischen Weihnachten und Neujahr. Frau Seehaus, Frau Staake und Frau Wianke halfen gern. Der Fehrbelliner und Protzener Chor waren in diesem Jahr unter sich. Norbert Wenske, Helga und Carmen Dahlke, Malte Krüger, Sylvia Schlöttke und Gundula Wenske, trotz klein Dusti und klein Karolin waren auch die ganze Zeit mit dabei. In diesem Jahr standen Bach, Schütz und Händel auf dem Programm. Johannes übernahm wie immer die Leitung. Nicht zu vergessen Lissy Linzner, die ganz tolle Predigten hielt. Für 1986 haben wir uns viel vorgenommen, denn 35 Jahre Bläser Chor Protzen und 5 Jahre Bläserchor Fehrbellin sind die Jubiläen, die jetzt auf dem Programm stehen. Zum Jubiläum wurde ein Posaunentag in Protzen geplant, Motto „Jahr der tausend Bläser Tage„. Am 30. 5. war Polterabend bei Silvia Appel und am 31. die Hochzeit. Silvia wollte ein ganz besonde-res Programm und so hatten wir viel mit dem Einstudieren zu tun. Am 21./22. Juni 1986 fanden dann die Bläsertage statt und damit auch das Jubiläum der Chöre Protzen und Fehrbellin.

Schwester Ottilie hat sich auf dem Weg gemacht, mit uns das Jubi-läum zu feiern. Es waren sehr viele Gäste da, auch der Bläserchor aus Brandenburg. Da Helga Dahlke im Brandenburger Chor mitbläst, ist auch Reinhard Pelzer, der Bruder, mit diesem Chor auf Bläserfahrt gegangen. Weil Reinhard eingezogen wurde, ist der Brandenburger Chor nach Protzen gekommen, um ihn zu verabschieden. Im September ist Schwester Ottilie verstorben. Irgendwie werden ihre Grüße zur Jahresendrüste fehlen. Es ist die 27. Rüste, die in Protzen stattfindet, mit Johannes ist es die 24. Diesmal haben Frieda Pelzer und Carmen Dahlke für das leibliche Wohl gesorgt. Frau Kolbe mußte ihre Mutter pflegen. Marlis, Gundula, Silvia und Norbert waren auch diesmal wieder dabei. Das Jahr 1987 ist geprägt von den Vorbereitungen für das Landesposau-nenfest in Frankfurt/Oder. Zu den Konfirmationen waren wir nicht so gut besetzt, denn viele unserer Bläser wurden selbst konfirmiert. Mathias Staake, Mathias Tripke, Annett Döring, Uta Seehaus und Daniela Wianke fielen als Bläser aus. Am 15. August 1987 heiratete Gundula Joachim Ehrenbrecht. Richard Wunsch kommt als Bläser dazu, wir haben ihn beim Blasen auf dem Friedhof in Fehrbellin zum Totensonntag getroffen und geworben. Er bläst Bariton. Einige kleine Termine stehen noch an, bevor wieder die Bläserrüste Vorrang hat. Irmgard Kolbe und Frieda Pelzer sorgen auch diesmal wieder für das leibliche Wohl. Auch 1988 gehen die Übungsstunden weiter, Anfang des Jahres liegt auch nichts weiter an. Ostern, Konfirmationen , Pfingsten, der Posaunentag in Seelensdorf und der Posaunentag in Flecken-Zechlin sind die nächsten Einsätze. Wir haben einen Gastbläser aus der Armee, die im Luch Brücken baut. Daniela Wianke verläßt den Chor, weil sie im Internat in Kleinmachnow ist. In diesem Jahr wird die 29. Bläserrüste durchgeführt. Johannes Winter hat es sich auch diesmal nicht nehmen lassen die Rüste zu leiten. Weihnachtslieder von Hessel wurden in diesem Jahr vorrangig geblasen. Proviantmeisterinnen sind auch diesmal wieder Frau Kolbe und Frau Pelzer.

Auch 1989 gehen die Übungsstunden weiter. Schon im Januar gibt es den ersten Einsatz, wir begleiten Herrn Staake zur letzten Ruhe. Im März wurde Johannes Winter der Titel „Kirchenmusikdirektor„ verliehen. Konfirmationen und Geburtstage sind die nächsten Einsätze. Beim Gemeindetag in Bechlin kamen nur 4 Bläser. Georg Kolbe war ziemlich schockiert, aber es hat trotzdem ganz gut geklappt. Zum ersten Mal ziehen wir die Bläserproben auch in den Sommermonaten durch. Am 8. Oktober wurde Frau Pastorin Trodler in Protzen in ihr Amt eingeführt. Im November öffnet sich die politische Mauer und die innerdeutsche Mauer fällt. Alles wird leichter und die Bespitzelung durch die Stasi hört endlich auf. Am 28. Dezember beginnt unsere 30. Jahresendrüste. Bach und Hessel stehen auf dem Programm. Frau Kolbe, Frau Pelzer und Frau Staake zeigen wieder vollen Einsatz in der Küche. Beim gemütlichen Zusammensein haben wir dann auch diesen Anlaß gefeiert. 1990 Michael Metzdorf, gerade 1989 von der Musikschule gekommen, steigt mit der Tenor-posaune bei uns ein. Er muß sich natürlich umstellen, aber das fällt ihm nicht schwer, denn er übt fleißig. Aus dem Fehrbelliner Chor fällt Herr Wunsch aus gesundheitlichen Gründen weg. Geburtstage, Konfirmationen und Beerdigungen stehen zu Beginn des Jahres auf dem Programm. Lissy zieht nach Vichel, ist aber trotzdem ständig dabei. Der Chor in Fehrbellin wird zum Stamm, auch durch Silvia Schlöttke und Doreen Staake, aber ich kann jetzt nicht alle treuen Seelen aufzählen. Ohne den Fehrbelliner Chor geht kaum noch etwas. Zur Hochzeit von Reinhard Pelzer sind wir auch im Einsatz, er heiratet in Fehrbellin in der Kirche. Schon im September sprechen wir über die Bläserrüste zu Weihnachten. Alle wollen wieder daran teilnehmen und so haben wir wieder bei Johannes angefragt und keinen Korb bekommen. Es gelang Johannes auch diesmal wieder mit uns ein ansprechendes Programm zu erarbeiten. Gundula und Norbert Wenske, Christel Vettin und Malte Krüger konnten wieder als Gäste begrüßt werden. Helga Dahlke wollte eigentlich mitblasen, aber Frau Pelzer wurde krank und so half sie Frau Kolbe in der Küche aus, damit der Hunger der vielen Bläser gestillt werden konnte. Es wurde beschlossen am 21. und 22. September Bläsertage in Protzen und Fehrbellin durchzuführen, anläßlich des 40. Geburtstages des Protzener Chores sowie des 10. Jahrestages des Fehrbelliner Chores. Eigentlich kann man beide Chöre kaum auseinanderhalten. Dietmar Appel ist z. Zt. bei der Armee und so nur wenig dabei. Über 40 mal waren wir im in diesem Jahr im Einsatz. 1991, es ist viel geschehen, wie die Einigung Deutschlands. Viele Bläser sind zu Pendlern geworden und arbeiten in den alten Bundesländern, da die Arbeitsplätze fast über Nacht weggebrochen sind. Der Zusammenhalt ist aber trotzdem geblieben. Heiko und Mathias haben sich dem Chor in Mandelsloh in Niedersachsen angeschlossen. Trotzdem sind sie an den Wochenenden fast immer mit dabei, auch Dietmar geht es so. Für Georg Kolbe ist es auch nicht leicht die Fäden in der Hand zu behalten, denn er hat den Posten des Bürgermeisters übernommen. Wichtig ist auf jeden Fall die Termine alle unter einen Hut zu bekommen. Anfragen aus Walsleben, Fehrbellin, Alt Ruppin und Storbeck lagen auf dem Tisch. Der Bad Meinberger Kirchenchor mit Frau Leusch an der Spitze hat sich in Protzen angesagt. Eine Ein-ladung aus Mandelsloh lag auch auf dem Tisch. Auch der 60. Geburtstag von Georg Kolbe im April stand an. Michael Schneider, der im Winterhalbjahr wöchentlich 1 ½ Stunde bei Georg privat übte machte sich ganz gut. Es ging alles ganz gut voran. Sven Bergenroth muß zur Bundeswehr und fehlt uns sehr. Die Fahrt nach Mandelsloh hat allen gefallen. Unserem Chor wurde eine schöne Zeit dort be-schert. Wir haben den Mandelsloher Chor zum 40. Jubiläum einge-laden.

Die Jahresendrüste fand auch statt. Wie immer hat Johannes nicht nein gesagt. Wir haben eine Menge Rüstzeug ins neue Jahr 1992 mitgenommen. Übungsabende, Geburtstage und Konfirmationen bestimmen im 1. Halbjahr das Bläserdasein. Monatlich gibt es Sonnabends Sonderübungsstunden mit Norbert Wenske, weil sonst viele Bläser keine Möglichkeit haben an Übungsstunden teil-zunehmen. Malte Krüger ist sehr oft bei unseren Einsätzen dabei. Auch 1992 war eine Fahrt nach Mandelsloh geplant, die dann auch am 19. Juni stattfand. Der Besuch kam so gut an, dass beiderseits beschlossen wurde den Kontakt auf keinen Fall abzubrechen. Norbert betreibt die Chorstunden trotz seiner Krankheit erfolgreich weiter und ist nicht zu bremsen. Johannes Winter wird 60 und wir proben wie die Weltmeister. Wir brachten es auf insgesamt 34 Einsätze in diesem Jahr. Mit 17 Bläsern brachten wir Johannes ein Ständchen. Am 28 Dezember um 9.30 Uhr begann Norbert mit uns die Bläserrüste, Johannes übernahm den Dirigentenstab dann am 29. Dezember 14.00 Uhr. Mit von der Partie waren diesmal Mandelsloher Bläser, was uns sehr freute. Es war unsere 33. Jahresendrüste, für Johannes die 30., wofür wir uns gebührend bedankten. Frau Kolbe, Frau Pelzer und Norbert Wenskes Frau Regina füllten die Mägen der vielen Bläser. Norbert ist voller Energie, obwohl man merkt, daß die Kräfte nachlassen und der Krebs seine Spuren hinterläßt. Er hat noch so viele Pläne. Wieder ist ein neues Jahr ins Land gezogen, 1993. Uta Seehaus wird 20, sie bekommt ein Ständchen von den Bläsern. Auch gehen die Sonderübungsstunden mit Norbert Wenske weiter. Die Nachwuchsbläser fügen sich schon gut in den Chor ein. Norbert geht es nicht gut und wir bangen und hoffen mit ihm. Er schlägt vor jeden 1. Sonnabend im Monat mit uns zu proben und den Sachsenhausener Chor mit einzubeziehen. Doreen Staake hat außerhalb Arbeit gefun-den und ist zu den Chorproben auch nicht mehr da. Am 1. Mai dann die erste gemeinsame Probe mit den Sachsenhausenern. Am 31. April war Polterabend bei Mathias Staake in Petershagen, Norbert konnte nicht mehr dabeisein. Die Konfirmation in Protzen konnte Norbert dann auch nicht mehr mit blasen. Es fiel ihm sichtlich schwer das zu akzeptieren. Zu den Fehrbelliner Festtagen waren die Mandelsloher Bläser mit dabei. Mäcki übernahm den Dirigentenstab.

Am 28. Juni wurde Norbert 40 Jahre alt, wir wollten uns um 19.00 Uhr treffen und dann nach Berlin ins Krankenhaus fahren, um ihm ein Ständchen zu bringen. Dazu kam es nicht mehr, um 13.00 Uhr bekamen wir die Nachricht, dass Norbert bereits verstorben war. Statt des Ständchens hielten wir in Georg Kolbes Wohnung eine Andacht für Norbert ab. Jeder von uns wußte, daß es so kommen würde, aber es ist immer zu früh. Die Bläser aus Fehrbellin, Sachsenhausen und Protzen gaben ihm das letzte Geleit.

Georg Kolbe hatte gehofft Norbert als Nachfolger zu sehen, aber Gottes Wege sind wohl unerforschlich. Von Hans-Otto aus Mandelsloh kam eine Einladung 10.-12. 9. zum Erntefest. Als wir am Sonntag Abend Dietmar Appel zum Geburtstag mit einem „Alles Gute zum Geburtstag“ verabschiedeten, wußte noch keiner, dass der Vater von Silvia Schlöttke und Dietmar Appel am Vormittag entschlafen war. Das Leben geht weiter und am 25. September war Kreisposau-nentag in Oranienburg. Die Bläserrüste fand auch dieses Jahr wieder statt. Frau Pelzer ging es gesundheitlich nicht so gut, da half Friedel Appel und bemutterte die Bläser gemeinsam mit Frau Kolbe wie gewohnt. Bewundernswert ist auch das Engagement Johannes, ohne zu zögern war auch er wieder dabei. 1994. Beim Geburtstag von Uta Seehaus, am 2. 1, wurde die Bläserrüste noch einmal ausgewertet und jeder war begeistert. Aber noch wertvoller ist das Rüstzeug, dass wir alle daraus mitnehmen. Uns fehlt zum erstenmal der Nachwuchs, jeder hat andere Interessen. Die gemeinsamen Chorstunden jeden Montag in Fehrbellin gehen weiter. Die Zusammenarbeit mit dem Sachsen-hausener Chor trägt Früchte und beflügelt. Am 19. April gaben wir einem ehemaligen treuen Protzener Bläser, Burghard Grashoff das letzte Geleit. Burkhard starb bei einem Arbeitsunfall auf dem Bau. Er verband den Dabergotzer und Protzener Chor.

Höhepunkt waren auch die Chormusik in Hohenneuendorf und die Fehrbelliner Festtage. Das Landesposaunenfest in Potsdam zählte auch dazu. Auch Hans-Otto war mit seiner Frau dabei. Am Jahresende konnten wir auf etwa 50 Einsätze verweisen. Die traditionelle Rüste zwischen Weihnachten und Neujahr findet auch wieder statt. Horst Grashoff ist wieder dabei, viele Jahre fehlte er. Sogar Marlies Kühn aus Oberhain ist mit von der Partie. Wir müssen Johannes Winter danken, der noch immer nicht nein sagt. Ohne unsere Küchenfeen wären wir aufgeschmissen. Friedel Appel, die sich inzwischen etabliert hat, und Frau Kolbe, sowie Frau Staake sind fleißig in der Küche tätig und was dort entsteht, ist Spitze. Der Bad Meinberger Chor hat, wie schon die vielen Jahre davor mit klingender Münze zur Rüste beigetragen. Als es finanziell noch nicht möglich war, kamen Pakete mit Süßigkeiten, Kaffee usw. Schon Anfang des Jahres sind viele Termine für 1995 klar. Die gemeinsamen Proben jeden 1. Sonnabend im Monat mit dem Sachsenhausener Chor gehen weiter und haben sich vertieft. Als Anfänger begrüßen wir Katharina Krüger aus Dammkrug, Martin Wiese aus Protzen und Toni Gerhard aus Fehrbellin. Ronny Noack und Kai Gerhard haben sich inzwischen prächtig entwickelt. Malte Krüger ist schon zum Inventar geworden. Unsere Einsätze waren vielfältig, Ordination von der Protzener Pastorin Schulz, Einführung Joachim Harders als Superintendent, Kreiskirchentag Nauen usw. Die Frage nach der Jahresendrüste wurde wieder gestellt. Alle waren dafür, auch Johannes hat zugesagt. Die Sachsenhausener konnten nicht übernachten und mußten täglich den Weg zurücklegen. Hinderlich waren die Minusgrade, stellenweise bis -16°C. So viele Bläser waren noch nie dabei. Frau Kolbe und Friedel Appel waren auch bereit, diese Zeit in der Küche zu verbringen, statt unterm Tannenbaum. Mit wachen Augen und offenen Ohren gehen wir ins neue Jahr 1996. Gleich am Anfang des Jahres am 5. Januar feiert Joachim Harder und seine Frau Silberhochzeit. Das konnten wir uns doch nicht entgehen lassen, wir brachten Ihnen ein Ständchen. 45 Jahre ev. Posaunenchor und 15 Jahre Fehrbellin werden wir am 15. September mit Festgottesdiensten begehen. Die Chorproben gehen weiter, auch unsere gemeinsamen mit dem Sachsenhausener Chor. Mäcki hat jedesmal einen anderen Landesposaunenwart gebeten die Chorstunden zu gestalten. Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Friedhofsandachten und Bläsergottesdienste standen auf unserem Programm. Über 30 Einsätze hatten wir zu halten. Die Vorbereitungen zum Kreisposaunenfest anläßlich des 45. Bestehens des Chores laufen auf vollen Touren. Die technischen Dinge nimmt Malte Krüger in die Hand. Horst Grashoff organisiert den Grillabend. Über 30 Einladun-gen im Kirchenkreis sind versandt worden, aber kaum eine Reaktion kam zurück. Das Programm am Sonnabend: Vor- und Nachmittag große Probe, Abends Bläsergottesdienst in Langen, anschließend Volksliederabend im Freien in Protzen und danach Grillen. Die Eltern von Michael Metzdorf überließen uns kostenlos die Zelte und Bänke sowie Tische für zwei Tage. Am Sonntag gab es einen Gottesdienst in Fehrbellin. Am Sonnabend gab es einen Volksliederabend im Freien auf dem Gelände des Pfarrhauses und danach wurde gegrillt. Sonntag wurde in Fehrbellin eine Feierstunde abgehalten. Danach gab es in Protzen für alle noch ein Mittagessen, das Herr Schulze-Hartmann für fast 50 Personen zauberte. Bläser und Gäste kamen aus Mandelsloh, Sachsenhausen und auch aus Cosfeld, die gerade in Neuruppin weilten. Landesposaunenpfarrer Dr. Johannes Langhoff, Johannes Winter und der Superintendent Karzig waren ebenfalls gekommen. Alle Bläser packten mit an, damit wurde es ein gelungenes Fest. Matthias hatte Pech und sein Auto mußte beim Abbau der Zelte daran glauben, aber dank unserer Pastorin konnte der Schaden dann auch geregelt werden. Am 23. September wurde Horst Grashoff 50, klar daß wir da waren, er hatte sich ja mächtig mit der Organisation des Grillabends ins Zeug gelegt. Johannes erkrankte, konnte keine Zusage für die Weihnachtsrüste geben, so war erst Mitte Dezember klar, daß es wieder eine Rüste mit Johannes geben würde. Die erste Probe fand am 28. Dezember statt. Trotz eisiger Kälte, am Tage um die -10°C und abends noch weit drunter, verlief die Rüste gut. Horst Grashoff und Matthias haben die Kirche in Protzen mit einem Gebläse vorge-heizt. So ließ es sich aushalten. Das war jetzt das 37. Mal, dass die Rüste stattfinden konnte, Johannes war inzwischen 34 mal dabei.

Elfriede Appel und Irmgard Kolbe haben auch diesmal die Fütterung übernommen und Silvester abends das Haus gereinigt. Im Jahr 1997 ist es wie immer, denn am Anfang stehen die Übungsstunden, bis dann im Mai die ersten Konfirmationen auf dem Plan stehen. Helga Dahlke ist seit dem Ende des vorigen Jahres wieder dabei. Ohne große Absprachen bliesen wir in kleinen Gottesdiensten. Aber es ist schwie-riger geworden, wir glaubten nach der Wende würde alles leichter. Weite Arbeitswege, keine geregelten Arbeitszeiten, wenn überhaupt Arbeit da ist. Jeder gibt sein Bestes, aber oft liegen viele Kilometer dazwischen, die Chorgemeinschaft wird auf eine große Probe gestellt, die sich aber bei uns trotzdem bewährt. Im April waren wir mit dem Chor in Mandelsloh.

Bis zu 30 mal waren wir in diesem Jahr im Einsatz. Darunter der Bedeutendste, Johannes Winter 65. Geburtstag. Die monatlichen Chorstunden mit Sachsenhausen wurden auch durchgehalten. Malte übernimmt nun doch die Chorproben und organisiert die Einsätze. Die Weihnachtsrüste findet auch wieder statt. Johannes mußten wir nicht lange bitten. Es ist auch diesmal das 35. Mal, daher war auch eine kleine Ehrung vorgesehen. Die Rüste hat die Gemeinschaft ungemein gefördert und schweißt den Chor zusammen. Johannes geht nun in den wohlverdienten Ruhestand, hat uns aber versprochen, weiterhin am Jahresende für uns da zu sein. Es ist Wahnsinn, die Tage, Monate, Jahre ziehen nur so da hin.

Wir gehen ins Jahr 1998 und alles geht von Vorn los. Zunächst jeden Montag Abend Übungsstunden mit Malte Krüger. Mit Mäcki abge-sprochen, finden auch die gemeinsamen Übungsstunden mit dem Sachsenhausener Chor weiterhin statt. Einer der ersten Einsätze war in der Richterakademie in Wustrau, wir waren dort gern gesehene Gäste. Im April fand die goldene Konfirmation in Protzen das erste mal seit Jahren statt. Die Jahrgänge 1945 bis 48 waren aufgerufen daran teil-zunehmen. Johannes Winter hat es vorgezogen seine goldene Konfir-mation auch in Protzen zu feiern. Die Musikalische Leitung hatte Mäcki. Im Mai bliesen wir zur goldenen Hochzeit bei Schönbecks in Protzen und danach unterstützten wir Mäcki in Sachsenhausen, Männer- und Kinderbläserchor – wie sich doch die Zeiten ändern. Unser Chor hat wieder einmal Nachwuchsprobleme, keiner läßt sich hinter dem Ofen vor locken, aber die Freizeitangebote der jungen Leute sind ja auch vielfältig. Die nächsten Einsätze sind beim Som-merfest in Schönberg, Sommerfest der katholischen Gemeinde in Fehrbellin und eine Hochzeit in der Klosterkirche Neuruppin, Nicoll Pelzer und Enrico Graf. Am 29. August dann erneut eine Bläser-trauung in Protzen. Sabine Müller und Andreas Rose ließen sich trauen. Detlef Maaß übernahm die Leitung und auch Johannes Winter war als Bläser unter uns mit dabei. Die nächste Einladung zu einer Hochzeit zu blasen ließ nicht lange auf sich warten. Herr Henning, Künstler aus Manker, lud uns ein zur Begrüßung seiner Hochzeits-gäste in Manker zu blasen. Malte Krüger hatte für die Adventszeit Termine zugesagt, die wir aus Besetzungsgründen leider nicht realisieren konnten. Die Vernachlässigung des Bläsernachwuchses macht sich bemerkbar. Die 39. Bläserrüste steht vor der Tür. 27 Teilnehmer wurden gezählt. Die Kurzandachten hielt Lissy Linzner, nur in Manker wurde das nicht gewünscht. Herr Scheidtacker hielt die Andacht allein.

Die Posaunengottesdienste sind ganz gut gelaufen. Auch Frau Appel und Frau Kolbe waren wieder mit von der Partie und versorgten die Bläser mit Eßbarem.

Jesus Christus spricht: „Siehe ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.„

So gehen wir mit Enthusiasmus ins neue Jahr 1999. Schon zum Anfang des Jahres kommen die ersten Termine. Zusagen können aber erst gegeben werden, wenn alle Termine feststehen. Hier brechen die Eintragungen von Georg Kolbe ins Chortagebuch ab.

Sind wir mit Christus gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden.„

Römer 6, Vers 8

Wir trauern um Dich Georg, viel zu früh bist Du von uns gegangen.

Damit beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Chores. Am 4. September sind wir noch mit Georg zu einer Sonderprobe nach Sachsenhausen gefahren. Er klagte schon über leichte Schmerzen in der Brust, ließ sich aber nicht von der Probe abhalten. Am nächsten Tag erhielten wir die Nachricht, daß Georg tot ist. Hoffnungslosigkeit breitete sich erst mal aus, für uns war es unvorstellbar, dass er nicht mehr dabei sein sollte. Fast 50 Jahre war er der gute Geist des Chores in guten wie in schlechten Zeiten, baute ihn auf und hielt ihn am Leben mit vollem Einsatz. Schon oft glaubte er am Ende zu sein, konnte aber das Ruder immer wieder herum reißen. Er hatte sich schon so auf unser Jubiläum gefreut. Georg wurde an einem wunderschönen Herbsttag beerdigt, die Kirche war bis auf den letzten Platz voll, alle Bläser und befreundeten Chöre haben die Gemeinde vor der Kirche musikalisch begleitet. Johannes übernahm die Leitung. Es hat Gott gefallen Georg zu sich zu rufen und wir werden auf eigenen Beinen stehen müssen. Natürlich fragen wir uns warum gerade er und warum gerade jetzt? Georg war immer derjenige, der nach unserem Befinden und dem Befinden unserer Familien fragte, für uns selbstverständlich. Die Lücke, die er hinterläßt ist groß und wir fragen uns, ob wir auch genügend für ihn da waren. Der Bläser-chor war sein Leben und stand an erster Stelle und erst dann kam alles andere. „Seelig sind die der Herr, so er kommt, wachend findet.„ Lukas 12 Vers 37

Diesen Spruch bekamen wir vom ehemaligen Ältestenrat der Matthäus Gemeinde aus Karlsruhe in die Chorchronik geschrieben. Er wird uns jetzt begleiten.

Das Führen der Chorchronik hat Sylvia Schlöttke übernommen und es fällt ihr nicht leicht sie fortzusetzen. Malte Krüger ist ein würdiger Nachfolger geworden.

 

Seit einem halben Jahr haben wir wieder Nachwuchs und Georg hatte sich darum gekümmert. Der Alltag hat uns eingeholt. Es stehen noch einige Einsätze auf dem Programm, die wir absolvieren werden. Der Höhepunkt, wie in den vergangenen Jahren ist auch wieder die Bläserrüste zwischen Weihnachten und Neujahr. Diesmal merken wir, wie viel an Vorarbeit anfällt und an was alles gedacht werden muß. Die Übungsstunden finden in der Schule statt, so daß die Küchen-frauen viel Spielraum für ihre Arbeit in der Küche und an der Essenstafel haben. Johannes ließ uns auch diesmal nicht hängen und kam nach Protzen. Täglich war eine Stunde für die Anfänger eingeplant, die auch nötig war. 5 Anfänger müssen aufgeteilt werden, Malte kümmert sich um die Unterstimmen und Helga Dahlke hat die Trompeten übernommen, auch Matthias Tripke kümmert sich um zwei Anfänger. Da Johannes in diesem Jahr nur bis zum 30. Dezember blieb, wurden die Feierstunden in Fehrbellin und Protzen vorgezogen. Malte übernahm das Programm in Manker dann am 31. Dezember in leicht geänderter Form. Irmchen Kolbe hat sich zurück-gezogen, wohl aus gesundheitlichen Gründen. Frau Uhlig und Elfriede Appel haben das Regiment in der Küche übernommen. Helga Dahlke hat die Organisation der Küchenfrauen übernommen, dafür gesorgt, dass genügend Kuchen gebacken und Salate mitgebracht wurden und eben alles ein wenig nach Plan ging, das was sonst Georg getan hatte. Malte hat sich um die bläserischen Bedingungen und Getränke gekümmert, damit der gemütliche Abend auch für alle schön wurde. Zu den Neuanfängern gehören: Andreas und Christian Böhm, Robert Schimmelpfennig, Marlies Strohm von Helga Dahlke betreut.

Konstanze Wild und Harald Opatz, von Malte Krüger betreut. Franziska Soast, Robert Woesner und Maria Soast, von Matthias Tripke betreut. Andere Bläser kommen aus beruflichen Gründen kaum oder gar nicht mehr zu den Proben, wie Anett Döhring, Bärbel Wiese, Hans Joachim Rösler und Kai-Uwe Wiegand. Letzterer hat sich inzwischen ganz aus dem Chor zurückgezogen. Ein Jahrtausend neigt sich dem Ende zu. Wir werden versuchen im Sinne Georgs auch weiterhin zusammen zu halten, wie er es sich immer gewünscht hat. Nach den Konzerten zum Millennium haben wir dann noch um 16.00 Uhr vor der Kirche ein kleines Konzert gegeben und dann um Mitter-nacht vor der Kirche ins neue Jahr geblasen.

Das neue Jahr 2000 begann ruhig und wir probten für Mandelsloh, da wir eine Einladung von Hans Otto für den 7. April bekommen hatten. Aber leider und für uns unfaßbar kam am 15. März die Nachricht, dass Hans-Otto verstorben ist. Wir alle hatten noch mit der Lücke durch Georgs Tod zu kämpfen und nun die nächste Hiobsbotschaft. Einige von uns fuhren zur Beerdigung von Hans Otto und über-brachten unsere Anteilnahme. 23. April – Ostern in Protzen. Zum ersten mal haben wir früh um 8.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf dem Friedhof geblasen, Georg hätte seine Freude gehabt. Danach gab es für alle ein gemeinsames Osterfrühstück an einem festlich gedeckten Ostertisch. Danach standen wieder zahlreiche Konfirma-tionen auf dem Programm. Noch ein großer Einsatz dann am 20. Mai am Bollwerk in Neuruppin, geplant und vorbereitet von Malte Krüger und Elke Metzelthin vom Verkehrsverein „Ruppiner Schweiz„. Es sollte ein Konzert vom Deck der „Alexander Gentz„ sein, dass aber wegen Regens in die Klosterkirche verlegt werden mußte. Es folgten noch viele andere Einsätze, wie 325. Jahrestag Schlacht bei Fehr-bellin, Kreisposaunentag in Liebenwalde, Goldene Hochzeit von Frieda und Theo Pelzer, der zu unseren ehemaligen Bläsern zählt.

Der Höhepunkt die Fahrt nach Mandelsloh, denn die Einladung wurde auf den 13. Oktober verschoben und Johannes Winter hatte sich bereit erklärt die Leitung des Konzertes zu übernehmen. Natürlich haben wir unsere Einladung für das 50-jährige Jubiläum im Juni 2001 ausge-sprochen. Die Termine ließen keine Zeit zur Pause. Totensonntag in Protzen und Fehrbellin, Einsätze auf den Weihnachtsmärkten in Fehrbellin und Neuruppin, Weihnachtsfeiern, es nahm kein Ende, kaum ein Sonntag frei, auch ein Einsatz bei Mäcki zum Weih-nachtskonzert in Sachsenhausen war mit dabei. Einige waren auch beim Weihnachtskonzert in Kyritz in den kleinen Chor verpflichtet worden, aber die Proben und Einsätze waren doch etwas viel für uns, so dass die Familien ziemlich vernachlässigt wurden. Im Anschluß dann Weihnachten und unsere Rüste. Die Proben fanden auch diesmal wieder in der Schule statt, weil es sich bewährt hatte, dass wir dort in Ruhe proben konnten und die Küchenfeen, Frau Appel, Frau Uhlig und Bärbel Tripke mehr Platz und Ruhe bei den Vorbereitungen hatten. Auch diesmal hatte Johannes es vorgezogen nur bis zum 30. Dezember zu bleiben und Malte zog den Jahresendgottesdienst in Manker allein mit uns durch. Lissy durfte in Manker keine Andacht halten. Constanze Wildt hat die Bläserei aufgegeben. Maria und Franziska Soast sind verzogen und Robert Woesner hat inzwischen andere Interessen.

So sind wir inzwischen in unser Jubiläumsjahr 2001 gerutscht. Einen Neuzugang haben wir im Tenor zu verzeichnen. Robert Syndram hat Unterricht bei Malte Krüger. Inzwischen übt der gesamte Nachwuchs schon Montags jeweils 20 Minuten im großen Chor mit, um den gemeinsamen Auftritt zum Jubiläum zu meistern. Das kommt bei den Jungbläsern gut an.

Marlies Strohm, Andreas und Christian Böhm waren zur Jungbläser-rüste in Rheinsberg und haben sich prächtig entwickelt.

 

Seit etwa 3 Wochen gibt es noch zwei Anfänger, Sohn und Tochter der Familie Plath aus Dabergotz. Somit betreuen wir zur Zeit acht junge Bläser.

Wir hatten schon lange nicht mehr soviel Nachwuchs, aber das wird auch nötig sein, um dem Chor den Start in die nächsten fünfzig Jahre zu ermöglichen. Viel Zeit und gute Nerven sind gefragt. Das Pflänzchen „Bläserchor Protzen/Fehrbellin„ hat sich Dank Georg Kolbes Pflege zur stabilen, nicht immer resistenten Pflanze entwickelt. Diese Pflanze zu hegen und zu pflegen ist oft nicht leicht, aber Malte Krüger hat diese Aufgabe gerne übernommen und bisher hervorragend bewältigt. Die Bläserproben wurden erweitert, da wir das Programm für das Jubiläum noch lange nicht fertig haben, außerdem kommen noch Einsätze in den Gemeinden dazu, Osterfest, Konfirmationen usw. Die Vorbereitungen fürs Jubiläum sind in vollem Gange und die Zeit wird langsam knapp. Viele Helfer haben sich angesagt und viele Einladungen haben den Chor verlassen. Wir sind ziemlich gespannt, wer alles unseren Einladungen folgen wird. Es gibt viel zu tun, packen wir's an.