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Das Gutshaus-Gelände

 

Stand: 22. April 2009

 

 

Dieser Text wurde von Rudolf Legde nach den Erinnerungen von Hans Christian Legde zusammengestellt. H. C. Legde ist der älteste Sohn des letzten Gutsbesitzers Hans-Günther Legde. Er lebte bis in sein 15. Lebensjahr im Gutshaus. Die Erinnerungen beziehen sich auf die letzte Zeit (1944/45).

 

Als Gutshaus-Gelände wird hier bezeichnet

 

·               die Baufläche des Gutshauses selbst,

·               einige Stall- und Wirtschaftsgebäude mit

den dazugehörigen Flächen,

·               die hinter dem Haus liegenden Gartenanlagen

·               und der sich versetzt an die Gartenanlagen

anschließende Park.

 

 

Die Straßenfront zur Dorfstraße betrug etwa 170 Meter. Das Gelände erstreckte sich dann auf ca. 200 Meter ungefähr rechteckig nach hinten (SSW). Im hinteren Teil schloss sich der Park an, der nach SO versetzt eine Fläche von ca. 200 Metern in der Tiefe und 340 Metern der Breite einnahm (Maximalwerte). Der Park hatte zum Haus und den Seiten hin  i. w. rechteckige Begrenzungen, während die Südseite durch den geschwungenen Lauf des Wallgrabens abgeschlossen wurde.

 

Als Rechteck betrachtet hatte der Park so eine Fläche von ungefähr ungefähr 68000 Quadratmetern, wobei noch ca. ¼  auf der Südseite durch die geschwungene Begrenzung abgerechnet werden müssen. Als Fläche verbleiben dann ca. 50000 qm. Es heißt, dass der Gutsherr Freiherr v. Drieberg den Park auf 30 Morgen vergrößern ließ, also 75000 qm. Dies könnte bedeuten, dass der Park früher auch die sich nach SW anschließende Koppel umfasste. Eine andere Erklärung wäre, dass Teile der Gartenanlagen mit zum Park gerechnet wurden. Es könnte auch sein, dass das Gelände für den  östlichen Teil des Parks hinter den Bauerngärten erst durch den Frhr.v. Drieberg erworben wurde

 

Wenn man gedanklich das hier beschriebene Gelände umwandert, was heute aufgrund der Wegeverhältnisse nicht möglich ist, kommt man auf eine Strecke von ungefähr 1,5 Kilometern, d. h., man wäre ca. ½ Stunde unterwegs.

 

Den weitesten Blick über das Gelände hatte man von der Rückseite des Gutshauses aus (aus dem Dachgeschoss). Hier konnte man ungefähr 300 Meter weit bis zur Grundstücksgrenze und darüber hinaus in das angrenzende Luch sehen.

 

In dem hier folgenden gedanklichen Rundgang durch das Gelände beziehen sich die Nummern auf die Lageskizze.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gutshaus vor dem 2. Weltkrieg

 

Von der Dorfstraße aus gesehen mit Blickrichtung auf das Gutshaus (2) konnte man nach rechts (Richtung Manker) auf das Tor zu dem Hof mit dem Kälberstall (14) und dem Kuhstall (12) sehen. Der ehemalige Kuhstall ist heute noch umgebaut als Wohnhaus zu erkennen. Mitten auf dem Rinderhof befand sich der Dunghaufen (13), hinter dem Kuhstall der alte Backofen (15).

 

 

 

 

Dorfstraße (Blickrichtung Walchow). Rechts die Front des Gutshaus-Geländes.

 

 

 

Stein zwischen Haus und Dorfstraße. Genaue Lage ist nicht bekannt.

 

Neben dem Gutshaus gab es auf beiden Seiten eine Einfahrt zur Fläche hinter dem Haus, so dass Reiter, Kutschen und Fahrzeuge zum Hintereingang des Hauses hin- und auch wieder weggelangen konnten. Der Hintereingang war der meistbenutzte Zugang zum Gutshaus. Der Weg um das Haus führte also zwischen Kuhstall (12) und Haus auf die Fläche hinter dem Haus und von dort zwischen der Waschküche (3) und dem Speicher (4) wieder auf die Dorfstraße (oder umgekehrt).



 

Blick auf den Hintereingang (von S)

 

 

Blick auf den Hintereingang (von SO; rechts eine Ecke der Waschküche)

Vom Hintereingang aus bot sich der Blick auf die prächtige Allee mit riesigen alten Linden (9) auf das Rondell mit Flora (16). Von diesen Bäumen ist nur noch ein einziger erhalten, vor der heutigen Turnhalle.

 

 

Blick vom Hintereingang nach Süden

 

 

 

Lindenallee in Richtung Luch. Nur der  Baum rechts steht noch heute.

 

Die Fläche südlich der Hecke (28b) und westlich der Fliederhecke war (25) der westliche Garten (28). Er erstreckte sich nach Westen bis zur Trift zwischen Kuhstall und Koppel (30). Hier wuchsen Himbeeren, Rhabarber und dazwischen Johannisbeer-Sträucher. Es gab Apfelbäume, einen  Pflaumenbaum (27) und sowie einen Birn- und einen Reneklodenbaum (26).

 

Am südlichen Ende des Gartengeländes kam man auf den Hauptweg des Parks (34a). Dieser verlief fast geradeaus vom Ortszugang vom Park (mit Tor) ganz im Osten (34c) bis zum Koppeltor am Ende der Trift (34b). Dieser Weg ist heute noch erkennbar und teilweise auch begehbar. Er hatte eine Länge von ca. 370 Metern.

 

Am östlichen Rand der Koppel und in der Verlängerung der Zentralachse mit der Lindenallee gab es einen ganz leicht schrägen Parkweg (31), der heute zugewachsen ist. Er diente nicht als Zugang zum Luch, sondern mehr zu einem schönen Ausblick auf diese eindrucksvolle Landschaft.

 

Auch in der Verlängerung des Laubenganges gab es einen Weg geradeaus nach Süden, der heute verschwunden ist. Am Ende des Laubenganges stand ein Steinsockel (32).

 

 

Blick von hart westlich des Steinsockels (32) nach Norden. Der Laubengang im Hintergrund wurde von Hans-Günther Legde nach Süden (vorne) verlängert (wie zwischen 24 und 19 eingezeichnet).

 

 

 

Hier begann ein fast verschwundener Weg zum Wallgraben. Am Wallgraben gab es eine Erhöhung mit einer Bank (33). Vielleicht war dies die alte Wassermühle, die urkundlich belegt ist. Längs des Wallgrabens verlief ein heute noch begehbarer Weg (35a) bis zur östlichen Grenze des Parks.

 

 

Der Wallgraben (etwa bei 35a)

 

 

 

Hier verlief der Zu- und Abflussgraben vom Teich (37a) zum Wallgraben, parallel dazu der Weg, auf dem man den Teich von Süden her erreicht (35b).  Die Schleuse für diesen Graben befand sich am SO-Ende des Teichs (37b). Westlich um den Teich herum erreicht man wieder den Hauptweg (34a). In der Mitte des Teiches gab es eine dicht bewachsene Insel als Schutzgebiet für die Schwäne. Diese Insel hatte keinen Steg.

 

Es gab noch mehrere Wege im Park (36a-f), die heute verschwunden sind.

 

Im Rahmen der ansatzweisen Wiederherstellung des Parks für die öffentliche Nutzung ist es interessant, wo früher Bänke standen und wie diese aussahen.

 

Die wichtigste Bank stand an der schmalsten Stelle des Parks am Wallgraben (35a). Östlich davon  begann auch ein Verbindungsweg zum Teich, der in den letzten Jahren teilweise begehbar war. Bänke gab es auch an dem erwähnten vermutlichen Platz der früheren Wassermühle (33), an dem zugewachsenen Weg an der östlichen Parkgrenze (35b), an der um 1941 eingegangenen Ulme in der Nähe des Steinsockels (32). Zwei Bänke standen am Sitzplatz südlich des Rondells (17). Die Bank am Nussbaum (22) wurde schon erwähnt. Außerdem gab es eine Bank an der östlichen Mauer (10b), die häufig auf alten Fotos zu sehen ist. Die Bänke bei 35 und 17 sowie an der östlichen Mauer bestanden aus weiß lackierten Holzleisten, die übrigen waren einfache Holzbänke.