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Wie aus Milch Butter wird

Stand:03.09.2009

Die Verbindung der Menschen mit der Landwirtschaft geht allmählich verloren. Viele kennen schon die Bedeutung der Kühe als Lieferanten der Milch und damit Ausgangspunkt für viele wichtige Lebensmittel nicht mehr. Noch in der letzten Generation wurde auch in Protzen selbst gebuttert!

Die Bilder zeigen unsere rotbunten Kühe im Luch. Früher (bis in die Nachkriegszeit) waren es meist Schwarzbunte.

 

Der Anblick saftiger Weiden im Luch ist heute selbstverständlich. Vor 90 Jahren war dies Sumpfland, in dem die Kühe bis zum Bauch eingesunken wären. Sie lebten damals (bis 1923) fast nur im Stall, alles Grünfutter musste herbeigeschafft werden.


Die Butterherstellung von Hand

von Elke Wildt, Protzen

 

(Erklärung zur "Milch-Ecke" im Dorf-, Torf- und Schulmuseum im Gutshaus Protzen)

 

Am Anfang steht auf jeden Fall die Kuh. Und eine Kuh frisst nun mal sehr viel Gras (natürlich auch anderes Futter)

 

Da wir kein großes Modell einer Kuh haben, sind wir schon sehr glücklich über unser Euter-Modell, das aus den Biologie-Unterrichts- Materialien unserer Schule stammt.

 

 

 

Zum Melken selbst wurde der Melkschemel benutzt. Es gibt verschiedene Varianten: Einbeinige zum Umschnallen oder 3-4-beinige zum einfachen Hinstellen.

Und ein Eimer wurde benötigt - eigentlich zwei. Einer mit warmem Wasser, um die Euter abzuwaschen und einer für die Milch.

Sehr wichtig ist, dass beim Melken darauf geachtet wird, dass die Kuh immer vollständig ausgemolken ist. Zum einen zum Vermeiden von Entzündungen im Euterbereich und zum zweiten, um möglichst viel Milch zu bekommen.

Die frische Milch wird dann durch eine Seihe ( Filter ) gegossen, um alle Schmutzpartikel zu entfernen. In der Seihe ist einmal ein Metallfilter, auf dem wird ein watteähnlicher Filter gelegt und wieder ein Metallfilter oder Fließ.

 

Die Seihe stand auf eine Kanne, meist 10 Liter. Die Kanne war früher aus Eisen, später aus Aluminium. Nach dem Melken aller Kühe wurde die Milch zentrifugiert bzw. separiert. Dies geschah mit der Zentrifuge oder fachlich mit dem Seperator. Dabei trennt man die Sahne von der Milch. Die Sahne wurde in einem kleine Behälter aufgefangen und die Milch wieder in einer großen Kanne.

Die Milch wurde dann verbraucht als Trinkmilch im eigenen Haushalt oder für die Kälber zum Füttern, oder sie wurde in eine Molkerei abgegeben.

Die Sahne wurde gesammelt und kühl gelagert, bis man ausreichend Sahne zum Buttern hatte.

Jetzt gab man die Sahne in das Butterfass. Auch dafür gibt es viele verschiedene Geräte. Ein schmaler, hoher, nach oben zusammenlaufender runder Holzbottich war hier am üblichsten.

Nun musste die Sahne mittels des Stampfers in diesem Fass solange gestampft werden, bis sich Butterstücken bildeten. Das dauerte schon bei der richtigen Temperatur sehr lange, aber wenn die Sahne zu warm oder zu kalt war, schien die Butter sich oft gänzlich zu verweigern.

Wenn dann aber nach einiger Zeit sich endlich das Stück Butter verfestigt hatte, konnte man diesen Klumpen herausnehmen. Übrig blieb dann nur noch die Buttermilch. Jedoch ist in diesem Stück Butter durch Einschlüsse noch Buttermilch enthalten.

Das Stück Butter musste nun auf einem Brett oder in einer kleinen Buttermolle geknetet werden, damit auch die letzte Buttermilch aus den Einschlüssen herausgearbeitete wurde.

Nun konnte das Stück Butter geformt werden und stand zum Verzehr bereit.